Westküste

Von der Gibb River Road bin ich also in Derby zum ersten mal an der Westküste am Indischen Ozean eingetroffen. Es ist eigentlich ein Meeresarm King Sound, welcher in Derby endet. Dieser Meeresarm hat die höchste Tide in Australien und eine der höchsten Weltweit. Der Unterschied von Ebbe und Flut beträgt satte 11 m. Das Wasser welches heute sichtbar war ist ganz braun und weit und breit ist kein schöner Strand in Sicht.

Also schnell weiter nach Broome. Unterwegs hielt ich am Boab Prison Tree. Dieser hat einen Durchmesser von 14 m und soll 1500 Jahre alt sein. In der Pionierzeit wurden hier die gefangenen Aborigines an Ketten fest gebunden. Die Aborigines wurden im Landesinneren gefangen und mussten zu Fuss, gefesselt nach Darwin laufen um dort zu arbeiten.

In Broome traf ich nun auf einen richtig schönen Meeresstrand. Leider kam ich zu spät zum Sonnenunterang, doch Fish and Chips konnte ich dennoch geniessen.

Von Broome fuhr ich noch einmal nordwärts auf die Halbinsel, zum Cap Leveque, wieder eine Piste mit tiefem Sand, aber mit Hilfe des LowRanges war auch das wiederum kein Problem. Die Halbinsel ist für ihre spektakuläre Küste und ihre verstreut gelegenen. Aboriginalgemeinden bekannt. In Beagle Bay, Heimat der Nyul Nyul, wurde 1890 eine Missionsstation von katholischen Mönchen gegründet. In der Mission wurden einst Mischlingskinder aufgezogen, die ihren Eltern weggenommen wurden. Heute betreiben die Patres in der Community die Schule und Kirche. SEhenswert ist der mit Perlmutt verzierte Altar in der strahlend weissen Sacred Heart Church.

Dann fand ich einen Platz direkt am Meer, wo ich nun für zwei Tage bleiben werde bis ich wieder nach Broome fahre um dort eine bereits gebuchte Tour zum Whale watching zu machen. Zur Zeit sind Winterferien in Australien. Es ist deshalb schwierig einen Platz zum Übernachten zu finden, die Aussies sind alle mit Camper und Trailern unterwegs. Auch von vielen Europäern die hier Ferien machen, werde ich immer wieder angesprochen. Sie sind erstaunt hier ein Auto mit Schweizer Kennzeichen anzutreffen und wollen wissen wie ich hierher gekommen bin.

Das Meer hat auch hier grosse Gezeiten Unterschiede.

Ebbe
Flut

Wieder zurück in Broome verabredete ich mich erneut mit Kathrin und Yanick. Alle Campgrounds in Broome sind besetzt. Auch beim Overflow stand „sorry we ar full“, Mit Hilfe von Yanick der hier schon einen Platz hatte, fand die Frau an der Reception für mich doch noch einen Platz. Am Abend sassen wir zusammen und erzählten uns unsere Erlebnisse aus der Gibb Road, Die beiden fanden die Strasse auch furchtbar, kamen aber auch heil durch. Für alle Australier ist die Gibb Road ein Muss, jeder will die einmal gefahren haben.

Mit dem Fahrzeug kann man direkt an den Strand fahren.

Zum Frühstück fuhren wir wieder an den Strand.

Am Nachmittag ging ich auf‘s Schiff. Westaustraliens grösser Segel-Kathamaran.

Mit einem kleinen Amphibien-Boot wurden alle Passagier vom Stand zum Schiff gefahren. Das Amphibien Boot fährt an Land die Räder aus und sobald das Wasser tief genug ist klappt der Aussenbordmotor runter.

Weit raus auf‘s Meer ging die Fahrt. Zum Ausguck kletterte der Kapitän hoch und hielt nach Walfischen Ausschau.

Von weitem sieht man die Wasserfontänen welche die Blauwale mit lautem Schnaufen ausstossen. Das Schiff hielt auf die Walgruppe zu und stoppte den Motor. Es war ein tolles, unvergessliches Erlebnis diesen friedlichen, grossen Tieren zuzuschauen.

Zum Sonnenuntergang landeten wir wieder am Strand. Ein Bus brachte dan alle Passagiere zu ihren Domizilen.

Die Hauptstadt des tropischen Nordens hat mir sehr gut gefallen. Es hat schöne Strände, wie die Cable Beach. Die Stadt strahlt eine besondere Atmosphäre aus. Die Häuser sind im tropischen Stil mit Wellblechwänden und Dächern erbaut. Die Perlenzucht ist nebst dem Tourismus die haupt Einnahmequelle. Broome produzierte zeitweilig zwischen 60% und 70% des weltweiten Zuchtperlenbedarfs.

Am Abend luden mich Kathrine und Yanick zu einem Fondue am Strand ein. Ich hätte nicht gedacht, das man ein so gutes Fondue mit australischem Käse kochen kann. Es war einmalig super toll und sooooo gut. Wir sassen bis es stock Finster war am Strand und waren die letzten Fahrzeuge die den Strand verliessen.

Dann traf ich Vreni und Peter wieder am Eight Mile Beach, wo wir zwei Übernachtungen gebucht hatten. Wir blieben dort um Rolf und Margrith, Bekannte von Ihnen, welche auf dem Landweg nach Australien gereist waren, zu treffen.

Auf demWEg zum Karijini-Nationalpark stoppte ich über Mittag in Port Hedland, am grösten Industriehafen Westaustraliens. Hier ist der Umschlagplatz für das im Hinterland der Pilbara abgebaute Eisenerz. Alles hier ist mit einem rostroten Schleier überzogen. Die einzige Ausnahme ist der schneeweisse Salzberg bei der grossen Salzmine am Meer.

Das Eusenerz wird mit den längsten und schwersten Güterzügen der Welt zum Hafen transportiert und dort auf Frachtschiffe verladen. Ich habe die Durchfahrt eines Zuges gefilmt, habe aber nach 3 Minuten aufgegeben, erst die Mitte des Zuges war bis dann an mir vorbei gefahren. Die Züge sind 3-4 km lang.

Nach dem Mittagshalt fuhr ich weiter auf dem Great Nortthern HWY Richtung Karijini-Nationalpark Nationalpark. Auf dieser Strecke hat es viele Road Trains die wohl auch Erz aus den Minien Richtung Hafen bringen.

Der Karijini-Nationalpark ist unbestritten das Juwel der Pilbara. Mit rot leuchtenden steilen Schluchten, Bade-Pools und Billabongs hat man viel zu sehen. Die tiefen Schluchten sind aber leider nicht gut um diese auf Fotos fest zu halten.

Aber auch Aspest wurde früher hier abgebaut und das natürliche grau schimmernde Gestein ist natürlich auch heute noch sichtbar.

In der Stadt Wittenoom wurde bis 1966 Aspest abgebaut. Nachdem die Gesundheits-Risiken Ende der 1970 Jahre bekannt wurden, kaufte die Regierung den Einwohnern die Gebäude ab und liess sie unverzüglich abreissen. Man geht davon aus, das 25% aller Minenarbeiter an Lungenkrebs gestorben sind. Heute leben nur noch ein paar Einwohner die sich weigerten, weg zu ziehen in Wittenoom. Vom Besuch der heutigen „Geisterstadt würd abgeraten.

In Tom Price der Eisenerzminenstadt bin ich einen Tage geblieben. Ich buchte eine Minentour. Die Mine gehört dem australisch kanadischen Konzern Rio Tinto. Schon 1888 war bekannt, das riesige Eisenerz Vorkommen in der Pilbara sind. Doch erst nach dem Krieg gab die Australische Regierung das OK. Zum Export. Ab 1960 bauten verschiedene Unternehmen komplette Infrastrukturen für den Bau und die Ausbeutung der Minen auf. Es dauerte nur gut 20 Jahre, bis der komplette Mount Newman abgebaut war. Ähnlich erging es Mount Tom Price, von dem heute nichts mehr als ein grosses Loch zu Sehen ist. Heute wird das „rote Gold“ aus riesigen Tagbaugruben gewonnen.

Die Minentour war etwas entäuscxhend. Mit einem Bus wurden wir durch die Mine gefahren und konnten nur an einer Stelle aussteigen um in das tiefe Loch des einstigen Berges zu schauen. Aus der Ferne sah man dann das dort immer noch abgebaut wurde. Leider sprach der Guide seinen Australischen Slang, so dass ich nicht allzugleich verstehen konnte. Eindrücklich war einfach die Grösse der Mine und die grossen Maschinen die es dazu braucht.

Lange her seit ich einen Helm auf dem Kopf hatte!
Kostet 4.5 Mio$, 240 t Tragkraft, 4’542 lt Dieseltank
Kostet 7 Mio$, 21 m3 Schaufelinhalt 7‘450 lt Dieseltank

Nach der Tour traf ich Vreni und Peter, welche inzwischen auch in Tom Price eingetroffen waren. Gleichzeitig bekam ich von Jonas Zürcher eine SMS wo er mir mitteilte, das sie heute Dienstag in Paraburdoo übernachten würden. Meinen Campingplatz konnte ich mit Peter und Vreni tauschen, um dann die kurze Strecke von Tom Price bis Paraburdoo zu fahren.

Nicole, Jonas, Jahel, Noe, Leia und Joya trafen, als es bereits dunkel war, kurz nach 18:30 in Paraburdoo ein. Ich hatte schon befürchtet, das wir uns gegenseitig verpasst hätten, denn nicht immer hat man Netzabdeckung und kann sich deshalb nicht übers Telefon verabreden. Um so glücklicher war ich, das es nun doch noch geklappt hat. Ist doch unglaublich das wir uns im fernen Australien treffen konnten. Alle halfen mit Gemüse zu rüsten und ruck zuck war ein gutes Nachtessen für alle zubereitet. Wir hatten uns natürlich viel zu berichten und so sassen wir, für australische Verhältnisse, bis spät in der Nacht zusammen vor unseren „mobilen Häusern“. Am Morgen gab es noch ein üppiges Frühstück und dann trennten sich unsere Wege wieder. Die Zürchers Richtung Norden und ich Richtung Süden. 

Es war so schön uns hier in Down Under zu treffen

Von Paraburdoo sind wir mit zwei Zwischen Übernachtungen nach Exmouth gefahren. Auf einer Farm vor Exmouth übernachteten wir und erfuhren auch ein wenig über das Leben auf einer Station.

In Exmouth waren leider alle Campingplätze ausgebucht. Frei stehen darf man nicht, also zum Overflow-Platz an einem Sportplatz in Mitten der Stadt. 42 $ für eine Übernachtung auf einem nicht eingezäunten offenem Gelände ist eine Frechheit. Ich wollte ja eigentlich in den Cape Range Nationalpark, aber dort war auch alles besetzt. Ich hatte mich so auf das Schnorcheln am Ningaloo Riff gefreut und wollte dort ein paar Tage verweilen. So fuhr ich am nächsten Tag in den Nationalpark und da gleich zum Visitor Center. Dort erfuhr ich von der netten Frau am Eingangs Computer, das mit Geduld ev. doch noch etwas zu erreichen wäre. Also wartete ich ab und tatsächlich bekam ich einen Platz am Oyster Camp, direkt am Meer und das für schlappe 11 $, aber nur für einen Tag! Ich genoss diesen Tag ausgiebig und schnorchelte dem Riff entlang, wobei ich viele Fische und auch eine grosse Schildkröte sah.

Am nächsten und übernächsten Tag versuchte ich erneut mein Glück im Visitor Center. Natürlich war ich nicht der einzige der sich an den zwei Buchungscomputern nach einem freien Campingplatz umsah. Die Frau am Hauptcomputer erfährt Stornierungen in Echtzeit, bevor sie zur Buchung frei gegeben werden. Sie gab mir dann einen Tipp so das ich zur rechten Zeit meine Anfrage eintippen konnte und dan jeweils freudenstrahlend einen weiteren Tag buchen konnte. So verbrachte ich drei herrliche Tage direkt am Indischen Ozean, konnte schwimmen und schnorcheln. Das hat mich wieder mit Australien versöhnt.

Was will man den da noch mehr?

Am Campground Oyster Bay hat es 24 Stellplätze Grösse 26 x 11 m und jeweils 20 m Abstand zum nächsten. Das Meer ist von meinem Stellplatz ca. 50 m entfernt. Das war für mich das bisherige Highlight hier stehen zu dürfen und im türkisfarbenem Meer zu Schwimmen und zu Schnorcheln .

Ungern, aber ich kann ja nicht ewig bleiben verlies ich den Cape Range Nationalpark. Aber Frühmorgens wollte ich noch einmal die Flut ausnützen und fuhr zuerst zum Oyster Stacks, dem besten Snorkeling Point. Bereits um 8 Uhr war ich mit weiteren Frühaufstehern im Wasser. Wieder unbeschreiblich schön. Anschliessend habe ich noch verschiedene Strand Abschnitte bewundert, darunter auch den Nackt-Badestrand. Diese einsamen, weiss sandigen Strände mit dem türkis blauen Meer sind einfach unbeschreiblich schön.

Bei der frühen Fahrt am Morgen, sah ich einen Dingo der sich über ein Känguru hermachte.

Am Nachmittag ereichte ich Coral Bay. Oh Schreck ich dachte ich sei auf Mallorca angekommen. Überfüllter Campingplatz, viele Leute, der reinste Rummelplatz. U-Turn und nicht‘s wie weg! Am späteren Nachmittag fand ich dann weiter südlich einen, nur für 4WD zugelassenen Campground direkt am Meer. Also Luft aus den Pneus, rauf auf die Sandpiste, die Fahrt dahin hat sich gelohnt.  

Über Carnarvon, wo ich über Mittag kurz verweilte, fuhr ich weitere an die Shark Bay. Auch hier führte eine Sandpiste direkt zum Meer. Nun stehe ich wieder ganz einsam am Strand, der nächste Camper den ich erkennen kann ca. 200 m von mir entfernt. Es ist kein wildes Campen, den man musste bei der Zufahrt einen Zettel ausfüllen und 5,5 $ bezahlen. Am späteren Nachmittag kam auch ein Kontrolleur vorbei, ein gutes Gefühl also stehe ich richtig.

Leider ist gerade Ebbe, aber gebadet hätte ich sowieso nicht. Nicht umsonst heisst es doch Shark Bay.

Am 1. August, unserem Nationalfeiertag, traf ich Vreni und Peter wieder in Monkey Bay im Dolphin Resort.

Wir verabredeten uns zum Sonnenuntergang auf der Terasse des Restaurants zum Nachtessen. Eine traumhafte Scene und ein sehr gutes Essen.

Dann machte Peter noch ein Feuer am Strand und so beendeten wir den schönen Abend unseres Nationalfeiertages, im Bewusstsein das es uns wirklich gut geht, das wir das so erleben dürfen.

Das Dolphin Resort hat einen abgesperrten Bereich, wo man nicht baden soll. Dahin kommen am Morgen immer Delphine ganz nahe ans Ufer. Man darf sie nicht anfassen. Die Ranger des Nationalparks Monkey Mia erzählen wie die Delphine leben und geben ihnen ganz wenig Fisch, max 10 % ihres täglichen Bedarfs, damit es Wildtiere bleiben.

Heute wollte ich in den Nationalpark Francois Peron und dort zum Herald Bight Campground am Meer. Fast hätte ich es geschafft. Die 40 km die ich bis dahin gefahren bin machten unglaublich Spass. Feiner tiefer Sand, es fühlte sich an wie auf Schienen in den Spuren der Vorgänger zu fahren. Manchmal brach das Auto aus, aber das gehört zur Spannung dazu. Nun, ich dachte schon wo sind den die Grenzen zum Fahren. Es ist einfach unglaublich auf dieser schmalen Piste im tiefen Sand vorwärts zu kommen. Dann passierte es, 800 m vom Ziel, nach 40 km Fahrt, blieb ich stecken. Habe ja die schönen orangen MaxTrax exhaust jacjs, also raus damit. Geschaufelt, die MaxTrax unter die Räder und den Reifendruck noch weiter bis auf 1,5 bar herunter reduziert. Gerade mal 10 m weit kam ich und steckte abermals fest. Blick zurück- wo sind meine Maxtrax? Die hatten sich selbst im tiefen Sand begraben. Es war absolut nichts mehr zu sehen von meinem schön orangen MaxTrax. Über eine Stunde, bei brütender Hitze, habe ich geschaufelt bis ich wieder beide ausgegraben hatte. Dann rief ich über das  Sateliten-Telefon die beim Parkeingang erwähnte Nummer an. Der freundliche Mann meinte ich sollte doch zuerst die 800 m bis zum Strand laufen und sehen ob da jemand sei, den wen er mich holen würde, hätte ich 450 $ zu bezahlen. Also lief ich mit einer Flasche Wasser unter dem Arm Richtung Meer. Selbst zum Laufen war es mühsam, den bei jedem Schritt versank ich im Sand. Die zwei Fischer am Strand staunten nicht schlecht als sie sahen, das da einer zu Fuss daher kommt. Sofort haben sie alles zusammen gepackt, ihre Frauen waren auch dabei. Sie sagten, sie wären in 1 Stunde ohnehin gegangen. Mit ihren beiden grossen Toyotas fuhren wir zurück. Jeder Australier hat MaxTrax dabei. Mit nun 4 MaxTrax und abschleppen bin ich innert etwa 10 Minuten wieder frei gekommen. Dann fuhr ich hinter den beiden her aus dem Park. Ich wollte ihnen etwas bezahlen, aber sie lehnten ab, ist in Australien nicht nötig, wie ich schon mal erfahren hatte.

Auf dem Weg weiter nach Süden habe ich dann doch noch einen eben so schönen Platz am Meer gefunden, der zwar auch über Sandpiste, aber nicht so tief zu erreichen. Das gute Stück Fleisch das ich zum Sonnenuntergang gebraten habe, habe ich mir heute verdient.

Hamelin Pool hier sind 3000 Jahre alte Stromatoliten sichtbar. Stromatoliten sind die ältesten bekannten fossilen Lebewesen der Erde. Über einen Holzsteg erreicht man die versteinerten Ablagerungen. Diese Schichtköpfe der Stromatoliten werden von Kolonien von Mikroorganismen gebaut, die mit ihrer Sauerstoffproduktion schon vor Milliarden Jahren am Aufbau der Erdatmosphäre beteiligt waren. Nur wegen des hohen Salzgehalts in dieser Bucht konnten die Mikroorganismen überleben.

Heute war wieder einmal ein wenig Wandern angesagt. Dazu gibt es viele Möglichkeiten im Kalbarri-Nationalpark. Ich habe alle Lookouts angefahren und bin im Ross Graham Lookout runter in die Schlucht gestiegen, da war von den vielen Touristen keiner mehr u sehen.

Über Leitern und steile Felspartien ging es runter in die Schlucht.

Nach Kalbarri gibt es wieder eine schöne Klippen-Küste. Ich bin die vielen Stichstrassen zum Meer gefahren und habe dort jeweils schöne Aussichtspunkte gefunden. Auf dem Meer sah ich in der Ferne die Wale springen. Doch auf‘s Bild habe ich sie nicht so richtig gebracht.

In Port Gregory sah ich einen pinkfarbenen See, den Pink Hutt Logon. Das Wasser verfärbt sich durch eine Meeresalgenart. Durch das Beta Karotin, welches den Algen welches die Algen während ihrer Blühtezeit freisetzen, färben sich die Salzkristalle im Wasser. Der Farbstoff wird als Lebensmittelfarbe verwendet und direkt vor Ort industriell gewonnen (BASF)

Über Geralton wo ich wieder mal richtig einkaufen konnte und wieder einmal das Auto abspritzen und vom roten Sand befreien konnte, bin ich bis ich einen guten Platz am Meer gefunden hatte, bis nach Cliff Head südlich von Dongara gefahren. Hier verweile ich nun bis Vreni und Peter auch wieder in diese Gegend kommen. Je weiter südlich, je kälter wird es hier wieder. Gestern hat es zum ersten mal seit ich in Australien bin richtig geregnet und heute am Meer ist es gerade mal 15°C. Aber bald kommt der Frühling und dann wird es wieder wärmer.

Nach 3 Tagen frei Campieren direkt am Meer in Cliff Head südlich von Dongara ging die Fahrt weiter zum Nambung Nationalpark. Dort befindet sich das Pinnacles Desert. Die steil aufragenden Kalksteinnadeln sind durch das jahrtausendelange Zusammenspiel von Wind, Regen und Temperaturen entstanden. Man darf mit dem Fahrzeug durch die Kalksteinnadeln fahren.

An den Küsten Westaustraliens werden acht Langustenarten, meist Western Rock Lobster gefangen. Die Tiere werden in grossen Holzkäfigen gefangenen und in den Fabriken entlang der Küste fangfrisch verarbeitet und von Perth in die ganze Welt ausgeflogen. Die Hauptexportlände sind USA, Japan und Taiwan. Der Langustenfang setzt jährlich 600 Mio $ um und trägt 20% zum Fischfang Einkommen in Australien bei. In Asien gelten die Tiere wegen ihrer bunten Farben als Glücksbringer. Wir haben natürlich auch Lobster gegessen und zusätzlich noch eine Lobster Fabrik besichtigt.

Jurien Bay ein weiterer Zwischenhalt auf einem Campground direkt am Meer. Das Wasser türkis Blau wie in der Karibik. Dann gab es hier noch weisse Sanddünen, wo wir mit unseren Womos hinein fahren konnten.

Von Jurien Bay ging es weiter zum Yanchep Nationalpark wo ich im Voraus für zwei Nächte gebucht hatte. Auf dem Weg dorthin besuchte ich das Gravity Discovery Center. Eine sehr interessante Ausstellung über Wissenschaft, Relativitätstheorie und Gravitation.

Im Yanchep Nationalpark hat es viele Kängurus die sich so an Menschen gewöhnt haben, das sie einem ganz nahe kommen. Hier im Süden von Australien hat es wieder viele Eukaliptus Bäume und damit auch wieder Koalas. Diese sind zwar im Park in einem abgetrennten Bereich und werden da jewils gefüttert, sonst könnte man sie so hoch auf den Bäumen wohl kaum zu sehen bekommen. Die Kängurus kommen bis zum Wohnmobil, sind zwar sehr aufmerksam und hüpfen dann schon davon, wenn man ihnen zu nahe kommt. Anders die Papageien. So sass ich doch im Stuhl und las ein Buch. Ein Papagei kam immer näher. Ich verhielt mich ganz ruhig bis er mir in die Zehen pickte. Beide erschracken und weg war er.

Frecher Papagei
Selten, das man einmal ein Junges zu sehen bekommt.

Am zweiten Tag machte ich wieder mal eine Wanderung. Vreni und Peter waren schon weggefahren nach Perth. Die Wege im Park sind so toll, zuerst wanderte ich durch eine Schlucht, dann durch einen Urwald mit Eukaliptusbäumen, Palmen und viel Buschwerk, wo man einen Weg durchgeschlagen hatte. Keiner Menschenseele begegnete ich, nur die Schreie von Papageien, Kakadus und vielen anderen Vogelarten hörte ich. Es gefiel mir so gut, das ich immer weiter wanderte und erst am Nachmittag, nach 13 km Fussmarsch wieder zurück war.

Weiter geht‘s nach Perth