Sambia und Simbawe2

Tag 79. / 155 km

Von Mbeya (Tansania) nach Kalungu (Sambia)

Bereits um 7:30 Uhr fuhr ich los. Ich wollte wieder ohne großes Gestürm, alleine über die Grenze. Veranschlagt waren 3 Stunden. Wir waren zwei Autos gleichzeitig und hatten das ganze, recht komplizierte, Prozedere in weniger als einer Stunde geschafft. Christine hat uns eine exakte Beschreibung mit Skizze gegeben, wo wir an insgesamt 7 verschiedenen Büros und Häuschen vorbei gehen mussten, um diverse Stempel Roadtax usw. zu bekommen. So war ich bereits um 11 Uhr (die Uhr konnte wieder um 1 Stunde zurück gesetzt werden, am Übernachtungsplatz am Kulingu Restcamp. Dieses Camp ist gleichzeitig ein Training Center. Das basiert auf christlicher Basis, aber ohne Kirche. Statt den Leuten nur am Sonntag eine Predigt zu halten wird hier täglich von 3 weissen Familien aus Südafrika, den ortsansässigen gezeigt, wie man aus den bestehenden vorhandenen Ressourcen, etwas für sich oder andere machen kann. Die 3 Familien sind zwar in einer grösseren Organisation, welche das selbe Ziel hat integriert, bekommen aber keinen Lohn, führen ein bescheidenes Leben und zeigen den Leuten  wie man Ackerbau betreibt, Viehzucht, Und auch handwerkliche Produkte herstellen kann. So haben sie z.B. mit der Dorfbevölkerung zusammen eigene, dauerhafte Backsteine hergestellt, damit kleine Bungalows für Touristen gebaut und die Infrastruktur für den Campground erstellt. Alles ist auf zukünftige Eigeninitiative, mit möglichst wenig Geld Zufluss von Aussen aufgebaut. George der uns das alles erklärt hat betrachtet das als seine Lebensaufgabe. Er denkt, dass durch Förderung und Ausbildung der einheimischen Kinder, eine andere Denkweise entsteht und eine zukünftige Generation lernt Eigeninitiative zu ergreifen und nicht auf Hilfe von Aussen angewiesen sein wird. Ich betrachte das als sehr gute „Entwicklungshilfe“ und bewundere solche eigennützige Leute. Wenn einfach nur Hilfsgelder aus schlechtem Gewissen oder Gutmensch-Denken vom Westen in die Länder fliessen und diese ohnehin meist in korrupte Regierungssysteme fliessen, wird Afrika nie aus seiner Armut heraus finden. Eigeninitiative ist notwendig, kein warten auf Hilfe von Aussen! Genug Ressourcen und auch Bodenschätze sind in den meisten afrikanischen Ländern zur Genüge vorhanden. Das besuchte Training Center hat mich beeindruckt, ich denke das ist die richtige Vorgehensweise was die Leute da machen. Da fällt mir ein chinesisches Sprichwort ein das sagt, wenn du einen Freund hast, schenke ihm einen Fisch, wenn du ihn aber wirklich liebst, lerne ihn fischen.

 

Tag 80 / 320 km

Von Kalungu nach Mpika

Eine lange Fahrstrecke auf mehr oder weniger schlechter und zudem sehr engen Strasse. Bei jedem Kreuzungsmanöver mit den schnell fahrenden LKW’s ist man froh, den Aussenspiegel unversehrt noch am Auto zu haben. Unzählige mal trifft man auf Schlaglöcher wie dieses da.

Da kann man nicht auf die rechte Seite ausweichen! Besonders ärgerlich wenn man hier mit den erlaubten 100 km/ h unterwegs ist. Eigentlich unverständlich, das die Regierung hier keine Abhilfe schafft und die Strasse ausbessert. Es gibt von Nord nach Süd nur diese eine Strasse, genannt Great Nord Road oder Tanzam Highway. Der gesamte LKW – Verkehr fährt auch auf dieser Route. Die warten wahrscheinlich bis die Entwicklungshilfe die Strasse erneuert!

Tag 81. / 380 km

Von Mpika nach  Mkushi (Kapiri Mposhi)

Und weiter ging es auf der Great North Road Richtung Süden zu unserem Etappenziel „Forest Inn“. Hier ist wieder ein Ruhetag nach den schier endlosen Fahrstrecken angesagt. Wir wollen Morgen eine kleine Wanderung machen und dabei eine Farm besichtigen.

Tag 82. / 0 km

Ruhetag im Forest Inn Camp. Am Morgen besuchten wir die Farm, welche auch zum Restaurant und Camp Forest Inn gehört. Auf der Farm arbeiten 80 Leute. Es wird Mais, Korn und Soja angebaut. Die Farm gehört einem Engländer, er ist von Beruf Linienpilot und kommt einmal pro Monat um mit seinen beiden Managern (einer für die Farm und Natalie für Restaurant und Camp) zum Rechten zu sehen. Für seine Visiten hat er eine eigene Flugzeug Piste.

Das ist die nicht gerade kleine Land- und Startpiste. Im nächsten Leben eifere ich im nach! 

Hier wohnen die Angestellten mit ihren Familien.

Die Gespräche mit dem Farmmanager waren sehr interessant. Wir haben wieder viel über Land und Leute erfahren und dem guten Mann viele Fragen gestellt. Hier einige Zahlen die ich auch von anderswo schon in Erfahrung gebracht hatte.  Es leben ca. 11,5 Mio. Menschen in Sambia. Bei den rund 70 ethnischen Gruppen Sambias handelt es sich überwiegend um Bantu-Völker. Die sambische Staatssprache ist Englisch. Es existieren aber insgesamt rund 80 Sprachen und zahlreiche zusätzliche Dialekte. Sambia wurde 1964 unabhängig. Die durchschnittliche !Lebenserwartung liegt bei 51 Jahren. Auch hier ist Aids ein riesiges Problem. Vermutungen zufolge sind heute über 20% der 15 – 49- jährigen HIV-positiv. 

Offiziell besteht obligatorische Schulpflicht. Dich viele Eltern schicken ihre Kinder nicht zur Schule. Schätzungsweise besuchen etwa 85% der Kinder im schulfähigen Alter eine Schule. Doch bedingt durch das grosse Bevölkerungs Wachstum, hinkt der Schulbau und die Lehrer Ausbildung hinten nach. Die Primary School umfasst die 1. bis zur 7. Klasse. In ländlichen Gebieten verlassen die Kinder die Schule meist nach der 4.Klasse. Es besteht Schuluniformpflicht inkl. Schuhe und Socken, was für Die Eltern eine enorme finanzielle Belastung ist. In vielen Grundschulen müssen die Schüler bereits um 6 Uhr morgens anwesend sein. Manche müssen schon um 4 Uhr aufstehen um den langen Weg zur Schule zu laufen und sind erst Nach Sonnenuntergang wieder Zuhause. Allein die jährlichen Kosten belaufen sich bis zu 50 € hinzu kommen Schuluniform und Bücher. Auf dem Land fällt gleichzeitig eine wichtige Arbeitskraft des Kindes aus. Wenn man nun bedenkt, das eine Familie 5, 6 oder noch mehr Kinder hat, kann man nachvollziehen, das nicht alle zur Schule geschickt werden. 

Die weiterführende Schule, Seccondary School umfasst die 8. bis zur 12. Klasse und ist für die meisten unerschwinglich, da diese nur in den Zentren vorhanden sind und die Schüler auswärts leben müssen. Doch nur wer die 12.Klasse mit Prüfung bestanden hat, kann ein Studium beginnen oder Lehrer werden.

 

Tag 83. / 290 km

Von Mkushi (Kapri Mposhi) nach Lusaka.

Weiter Richtung Süden Richtung der Hauptstadt Lusaka. Wir trafen auf die Strasse zu den „Copperbelt“ den Kupfergürtel. Der Kupfergürtel ist das grösste Bergbaugebiet im südlichen Afrika. Es sollte mit seinem Kupfervirkomwen den Staatshaushalt von Sambia bestreiten. Doch sinkende Rohstoffpreise verurteilen diese Strategie zum Scheitern. Die vernachlässigte Landwirtschaft konnte erst Anfang des 21. Jhdt. Mit Hilfe vertriebener Farmer aus Simbabwe in ertragreiche Verhältnisse gebracht werden.

Die Hauptstadt Lusaka wurde 1905 als Bahnstation auf der Strecke von Livingstone zum Copperbelt gegründet. Zu dieser Zeit war Livingstone Hauptstadt des damaligen Nordwest-Rhodesien. Allerdings war Livingstone sehr dezentral gelegen, deshalb entschied man sich 1930 für das klimatisch günstige und zentral gelegene Lusaka als neuen Standort für die Hauptstadt. Heute ist Lusaka eine der am schnellsten wachsenden Städte des südlichen Afrika mit ca. 1,5 Mio. Einwohnern. 

Im Eureka Camp, wo wir übernachten, laufen Zebras, Giraffen und Affen am Auto vorbei. Ich ass ein Brötchen stellte nur kurz ein Glas weg und schon wurde mein Brötchen von einem Affen der sich hinter dem Auto versteckt hatte, gestohlen.


Tag 84. / 170 km

Von Lusaka nach Monze

Wieder schliesst sich ein weiterer Kreis. Die Strecke von Lusaka bis Monze sind wir schon einmal, jedoch in der anderen Fahrrichtung gefahren. Eine kurze Tagesstrecke bis zum Camp in Monze wo wir schon einmal übernachtet hatten. Am Abend gab es wieder einmal ein gemeinsames Barbecue. 

Tag 85. / 320 km

Von Monze nach Livingstone

Nun kamen wir wieder langsam in eine interessantere Gegend. Heute war zwar noch einmal eine eher langweilige Fahrstrecke durch Eintöniges Buschland mit wenigen Dörfern, dafür aber sehr guter Strasse. Wir reisen vom Land der Bemba ins Land der Tonga. Andere Hütten / Häuser, andere Menschen. Die Tonga waren ein naturverbundenes Volk mit eigenen Traditionen. Sie lebten im Sambesi Valley. Sie lebten vom Fischfang und Jagt und betrieben in den Überschwemmungsgebieten Landwirtschaft. Dann wurde der Sambesi gestaut und wurde dadurch zu einem 280 km langen See mit 5230 km2 Wasseroberfläche. Dieser, der Karibasee wurde 1960 durch Königin Elisabeth II durch starten der Generatoren für die Stromerzeugung, eröffnet. Damals der grösste Stausee der Welt. Die leidtragenden waren das Volk der Tonga. 57’000 Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Sie wurden kurzerhand mit Hab und Gut auf LKWs verladen und in das karge Hinterland verfrachtet, wo sie für ihre Landwirtschaft, mit dem kargen Land nicht zurecht kamen. 8 Menschen die sich nicht umsiedeln liessen wurden erschossen. In Choma besuchte ich das Museum der Tonga.


Die Tonga leben in Rundhütten auf Stelzen, sie rauchen ein Marihuana ähnliches Rauschmittel und viele Frauen feilen sich auch heue noch ihre vorderen Schneidezähne zu.

Tag 86. / 10 km

Von Livingstone nach VicFalls in Simbabwe

Wir verlassen Sambia und fahren wieder nach Victorifalls. Kurz vor den Fällen, welche ich ja bereits von Simbabwe aus gesehen hatte, vereinen sich der Sambesi und der Chobe-Fluss. Der Name Sambesi bleibt erhalten. Das wunderschöne Natur-Schauspiel der Wasserfälle wollte ich mir noch einmal, dieses mal von Sambia – Seite aus besichtigen.

Die Brücke verbindet die beiden Länder Sambia und Simbabwe.

Durch einen Urwald ging es den Canyon hinunter bis zum Auslauf des Sambesis. Weil ich so früh am Morgen schon dort war, war ich ganz alleine in dieser üppigen Natur unterwegs.

 

Von denen gibt es viele, sind nicht scheu, aber auch nicht gefährlich.

Dann wieder aus dem Canyon hinaus und noch einmal den Blick auf die Victoria Fälle.


 

Von dieser Fussgängerbrücke kommt man den Fällen am nächsten, wird allerdings auch nass dabei.


Dann ging es über die Grenze nach Simbabwe, wo wir noch einmal für 2 Tage in Victoria Falls bleiben.

Entlang dem Sambesi-Drive, welchen ich noch vor Erreichen des Camps fuhr, sah ich noch diesen mächtigen Baobab-Baum.

Am Abend gab es ein gemeinsames Nachtessen in dem noblen, weltbekannten Victoria Falls Hotel. Der Besuch ist ein absolutes Muss. Von 15 bis 17 Uhr wird auf der Terrasse des Hotels der „Afternoon-Tee“ zelebriert. Übertroffen wurde das Ganze vom Abend-Büffet, welches wir gemeinsam besuchten. Ein hervorragendes Büffet das wir hier auf der offenen Terrasse, bei gleichzeitig stattfindenden Darbietungen, geniessen konnten.   

Tag 87. /0 km

Ruhetag in Victoria Falls. Am späteren Nachmittag fuhren wir mit einem Schiff auf dem Sambesi River zum Sonnenuntergang und zur Tierbeobachtung. Mittlerweile sind wir diesbezüglich schon etwas verwöhnt. Na ja wir haben Krokodile, Elefanten und Flusspferde gesehen, doch neu und richtig schön war die Fahrt auf dem Sambesi und der herrliche Sonnenuntergang. Fröhliche Stimmung gab es alle mal, den Snacks und alkoholische Getränke waren im Preis der Schifffahrt enthalten!

Tag 88. / 80 km


Von Victoria Falls nach Kasane in Botswana

Weiter geht die Reise, bereits verlassen wir Simbabwe um wieder nach Botswana ein zu reisen. 

Ein kurzer Reisetag mit Grenzübertritt. Wir bleiben 2 Tage in Kasane, weil wir morgen früh um 5:45 Uhr eine Morgen-Safari im Chobe Park machen wollen. Am Nachmittag ist dann noch eine weiterer Bootsausflug  auf dem Chobe River vorgesehen.




 






 

 

 

 

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