RUSSLAND westlich Ural

Heute bin ich von Asien wieder nach dem Europäischen Kontinent eingereist. Ein Fuß noch in Asien der andere bereits in Europa.

Den Ural hatte ich mir als großes Gebirge vorgestellt, wusste ich doch noch aus den Geographie Lektionen, das sich der Ural in Nord-Süd-Richtung durch den mittleren Westen Russlands erstreckt und hier die Grenze zwischen Europa und Asien liegt. Nun der Ural ist 2400 km lang. Die höchste Erhebung liegt auf 1895 m und liegt aber im Norden. Da wo ich heute durchgefahren bin, im südlicheren Teil, hatte es immer wieder Geländeerhebungen und Senkungen, doch mein Höhenmesser kam nie über 400 m.ü.M. Wenn mir niemand gesagt hätte, das ich den Ural überquerte, hätte ich das gar nicht bemerkt!

Nun bin ich also westlich vom Ural. Der erste Übernachtungsplatz lag in der Nähe von Kasane. Um 16:15 war eine Besichtigung der Eisgrotten von Kasane angesagt. Leider habe ich den Start verpasst. So bin ich also auf eigene Faust da hinein. Die Führung dauerte 1.5 Stunden, natürlich nur auf Russisch. Es hat einige Eisgrotten gehabt aber derRest bestand nur aus reinen Steingrotten. Das Ganze wäre sicherlich interessant gewesen, wenn ich die Erklärungen der Führerin verstanden hätte. Außerdem war es sehr kalt, so dass ich mich sehnte endlich wieder ins Freie zu können.


 

Auf der weiter führenden Route wählte ich eine Nebenstraße um in Wotkinsk das Geburtshaus von Pjotr Ilitsch Tschaikowski zu besuchen. Hier wurde der berühmte Komponist Pjotr Iljtsch Tschaikowski am 7. Mai 1840 geboren. Hier hatte er auch seine ersten Jahre verbracht. Sein Vater hatte eine Direktorenstelle in der nahe gelegenen Schiffsankerfabrik. Das Haus steht am Ufer des Workinker Sees, der für die Wasserversorgung des Wotkinsker Werks geschaffen wurde. Es ist einer der schönsten Stauseen im Ural. Dem Haus gegenüber, am anderen Seeufer befand sich Maria Verkündigung Kathedrale, in der Tschaikowski getauft wurde.









Das Wotkinker Werk, dass unter der Leitung von Tschaikowskys Vater Anker und Flussdampfer herstellte, stellt heutzutage strategische Raketen „Topologie M“ her (dreistufige interkontinental Rakete mit 11’000 km Reichweite).

Nebst dem schönen Haupthaus gefiel mir die schöne Parkanlage, dann waren auch noch Bedienstetenhäuser, Pferdestall und weitere insgesamt 16 Objekte zu besichtigen. Ja Tschaikowski ist wahrlich sehr vornehm aufgewachsen.



Wieder. 400 km weiter zum nächstesn Ziel Kazane wo wir zwei Nächte blieben um die Stadt zu besichtigen. Unterwegs besuchte ich noch die Stadt Elabuga, eine der ältesten Städte des damaligen Wolgabulgariens. Die Häuser sind schön renoviert worden. 



Kasan unser nächster Stop ist die Hauptstadt der Republik Tatarstan in Russland. Mit 1.2 Mio. Einwohnern ist Kasan die achtgrößte Stadt Russlands. Die Stadt an der Wolga liegt rund 800 km östlich von Moskau und ist ein wichtiges Zentrum des russischen Islams sowie ein bedeutender Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort und auch Verkehrsknotenpunkt. Ich bin total überrascht wie schön auch diese große Stadt ist. Wunderschöne toll restaurierte Häuser. Flaniermeilen, schöne Restaurants, Blumenwchmuck all überall, beeindruckende Kirchen im Kremel. Da stehen Islamische Moscheen direkt in Nachbarschaft zu russisch orthodoxen Katedrahlen. Einmal mehr sind meine Vorstellungen vom abgewirtschafteten Isten völlig über den Haufen geworfen.





Der schiefe Turm von Kasan.


Bezirks-Regierungsgebäude.
Stationäres Zirkusgebäude was es in fast jeder großen Stadt Russlands gibt.


Der weiße Schneeleopard als Wappen der Republik Tatarstan. Schneeleoparden gibt es aber nur noch im Zoo.



Auf einer Insel inmitten des durch die Wolga gestauten Sees liegt die Inselstadt Swijasch, wo ich auf der Tagesetappe nach Novogorod, einen Zwischenhalt einlegte und dort einen kleinen Spaziergang durch den Stilen Ort machte. 


Nicht weit weg von Moskau entfernt stoppten wir für weitere zwei Nächte in Suzdal. Die Stadt gehört zum „Goldenen Ring“. Dies ist eine Bezeichnung für Altrussische Städte mit sehr sehenswerten historischen Gebäuden, meist wunderschönen Kathedralen, die fast ringförmig um das riesige Moskau gelegen sind. 






Nördlich von Moskau war unser nächstes Ziel nach Suzdal. Auch diese Stadt zählt man zu den Städten des Goldenen Ringes Russlands.

Das Kloster der Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius ist ein russisch-orthodoxes Männerkloster in der rund 70 km nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Sergijew Possad. Es wurde um 1340 vom Heiligen Sergius von Radonesch gegründet und gilt seit Jahrhunderten als eines der bedeutendsten religiösen Zentren der russisch-orthodoxen Kirche. Das vom 15. bis 18. Jahrhundert entstandene architektonische Ensemble des Klosters gehört seit 1993 zum UNESCO-Welterbe.










Nun hatten wir also genügend Kirchen gesehen und bekamen auf Initiative von Irene und Hans eine Alternative. Sie organisierten für uns Schweizer einen Besuch auf einer Bauern-Farm. Swissmilk die Farm von Hans Michel in der Nähe von Kaluga. Diesem Vorschlag stimmte ich natürlich gerne zu. So konnten wir die riesige Farm besichtigen und hier auch übernachten. Im Schweizer Fernsehen gab es mehrere DOC Filme über den Azswanderer Hans Michel aus Bönnigen.  Marcel einer der Teilhaber führte uns durch den Betrieb. 1000 Hektar groß alles Milchwirtschaft. Insgesamt ca. 900 Kühe davon zur Zeit ca. 400 Milchkühe. 50 Angestellte arbeiten hier, zur Zeit wird ein weiterer moderner Laufstall erstellt. Unsere vielen Fragen wurden von Marcel offen und gerne beantwortet. Beim gemeinsamen Nachtessen mit weiteren zwei Schweizern konnten wir auch deren Fragen zu unserer Reise beantworten. 

Hier drücken, Link zum SRF Film



Das war unser letzter Abend in Russland. Weiter geht’s über die Grenze in die Ukraine.