Namibia

Tag 93. / 525 km

Von Maun nach Buitepos in Namibia

Namibia damals Lüdritzland wurde 1884 von  Bismarck zum deutschen Protektorat erklärt. Der Ausbruch des 1. Weltkrieges  warf seinen Schatten auch auf die deutschen Kolonien in Afrika. Südafrikanische Truppen marschierten gegen Deutsch-Südwestafrika. 1915 wurde im Versailler Vertrag das Gebiet dem Völkerverbund unterstellt und Südafrika zur Verwaltung überlassen. Erst 1990 wurde Namibia in die Unabhängigkeit entlassen.

Über den Trans Kalahari Highway ging es zügig voran Richtung Namibia. Morgens um 6:45 gestartet, war ich bereits um 12:30 Uhr an der Grenze und hatte somit die längste Fahrstrecke, welche wir auf dieser Tour (525 km) zu meistern hatten, leicht und locker geschafft. Gute Strasse kein Verkehr, nur viele Kühe, Ziegen und Pferde und manchmal auch Wildtiere, auf die man bei eingetasteten 120 km/ h extrem achten muss. Wir stehen kurz hinter der Grenze in Buitepos auf der Zelda Guest Farm, wo wir wieder zwei Tage bleiben werden.

 Am Abend konnte ich der Tierfütterung zusehen.

 

Ei des Emus.

Auf der Farm arbeiten 40 Personen. Sie betreiben nebst Gutshaus Rinderzucht und stellen vor allem Holzkohle her. Auch eine Pension für alle möglichen Tiere wie z.B. Zwei Leoparden, welche als Welpen durch Verlust ihrer Mutter hier aufgezogen wurden und nun nicht mehr ausgewildert werden können. Mein Womo steht unmittelbar am riesigen Gehege wo die Leoparden sind.     

Und am Abend gibt es nebst Restaurant auch noch eine schöne Bar.

Tag 94. / 0 km

Ruhetag auf der Farm. Am Nachmittag besuchten wir ein Buschman-Dorf. Die Sprache der Buschmänner und -Frauen ist von lauter Schnalzlauten durchspickt. Wir hatten aber einen guten Übersetzer welcher uns die Lebensweise und vor allem die Tierspuren während unseres  Buschwalkes erklären konnte.

 

 

 

Tag 95 / 280 km

Von Buitepos nach Windhoek

Weiter auf der Trans Kalahari bis kurz vor Windhoek, wo wir im Kalahari Inn wieder zwei Tage bleiben werden. Morgen werden wir die Stadt besichtigen. Mit der Unabhängigkeit Namibias von Südafrika im Jahre 1990 wurde Windhoek Hauptstadt der ersten demokratisch gewählten Regierung Namibias. Die Stadt liegt auf 1650 m Höhe, hat ca. 350’000 Einwohner und ist immer noch sehr von der damaligen Deutschen Kolonie geprägt.

Nun sind wir wieder raus aus Schwarzafrika. Hier in Namibia hat es viele Weisse, auch noch viele Deutsch sprechende. Es gibt sogar eine AZ (Allgemeine Zeitung) in Deutscher Sprache und sogar einen Deutschen Radiosender.

 

Tag 96. / 0 km

Wir besichtigten die Stadt Windhoek mit Bus und Deutsch sprachiger Führung.

Der Bahnhof, von hier aus fahren alle zwei Tage Züge in alle vier Himmelsrichtungen.

Das Nationalmuseum mit der Geschichte Namibias.

Christuskirche

Das Stadtzentrum ist sehr modern, sauber, mit vielen Einkaufszentren, aber auch mit viel Kriminalität. 

Hier herrscht wie in Südafrika keine Apartheid mehr. Theoretisch kann jeder wohnen wo er will. Praktisch gibt es aber trotzdem grosse Unterschiede. Die Weissen mit Geld wohnen in der Stadt. Die Schwarzen können sich das nicht leisten und wohnen deshalb ausserhalb in Townships wie diesen hier. 

Es ist Ende Monat, deshalb ist vor jedem Geldautomaten eine lange Menschenschlange. Auch ich musste gestern lange anstehen um Namibische Dollar zu ziehen.

Am Abend fuhren wir mit dem Bus noch einmal in die Stadt um in Joe’s Beerhouse Ein Nachtessen nach Deutscher Art zu geniessen.

 

Tag 97. / 300 km

Von Windhoek nach Waterberg. Hier fand die Schlacht oder „Völkermord?“ am Waterberg statt. Die Deutschen kämpften mit ungleichen Waffen gegen die damals ansässigen Herero. Schätzungen sprechen von 15’000 bis 70’000 Toten. Der damalige Kommandeur Trotha drohte in einer Proklamation allen Herero, egal ob Kämpfer, Greis, Frau oder Kind, auf sie zu schiessen wenn sie sich deutschem Schutzgebiet näherten – ein Vernichtungsbefehl.

Heute ist hier ein Deutscher Friedhof wo welcher auch von Deutschen gepflegt und unterhalten wird. Dort liegen Schutztruppler, die während des Herero-Aufstandes 1904 gefallen sind.

Tag 98. / 0 km

Heute in der Frühe machte ich mich auf, das Waterberg Plateau zu besteigen. Eine schöne Wanderung, teils recht Steil über grosse Felsbrocken. Ich war ganz alleine unterwegs, sah Paviane, kleine Antilopen und sehr schön farbige Vögel. Oben angekommen traf ich auf Vreni und Peter aus dem Wallis. Gemeinsam bewunderten wir die Aussicht in die grenzenlose bis zum Horizont reichende Ebene.

Auch am Camp hat es Paviane, Warzenschweine und kleine Erdmännchen, sowie Zebramangusten.

Wovon sich zwei plötzlich unter meiner Motorhaube bemerkbar machten. Zweimal drauf geklopft und schon sprangen sie raus.

Tag  99. / 240 km

Von Waterberg nach Tsumeb

Es gab zwei Fahrstrecken zur Auswahl. Über Asphaltstrasse 357 km oder über Piste 240 km. Ich lies 1 bar Druck aus allen Reifen raus und entschied mich für die Piste. Es war eine gute Wahl. Ich genoss es, einsam durch diese Gegend zu sausen, nur 4 Fahrzeuge kamen mir heute entgegen. Ich fahre zwischen 80 und 90 km/ h und fliege dabei fast über die Unebenheiten (wie Wellbleche) der Piste. Ab und zu musste ich ein Tor öffnen und schliessen. Das sind Tore der riesigen Farmen, damit deren Rinderherden nicht weglaufen können.

 Dann sahen wir noch wie eine Himbafrau ein Rauchbad macht, sie waschen sich nie mit Wasser, sondern verwenden täglich eine rötliche Sonnenschutz-Creme, die sie aus einer Mischung aus Ockerstein und Tierfett gewonnen wird. Hierdurch entsteht die rote Färbung der Ovahimbafrauen. 

 

Auch hinter mir, eine riesige Staubwolke. Die Rückwand war bei Ankunft in Tsumeb nicht mehr blau sondern grau. Ich musste zuerst zu einen Carwash in der Stadt fahren.  

Leider ist mittlerweile auch in den Schränken viel Staub. Ich muss das Geschirr vorher und nachher abwaschen. 

Einen Zwischenstopp legte ich bei dem Hoba Meteorit ein. Der Meteorit hat eine Grösse von ca. 3 m x 0.55 bis 1,2 m. Er wurde 1920 zufällig entdeckt. Eine Untersuchung ergab, dass der Ursprung des Findlings im Weltraum liegt. 80’000 Jahre vor unserer Zeitrechnung soll er niedergegangen sein. Er besteht aus 82% Eisen 17% Nickel und 1% Kobalt. 

 

Tag 101 / 120 km

Von Tsumeb nach Etosha

ETOSHA

Wir bleiben 4 Tage im Etosha Nationalpark.

Der Etosha Nationalpark erstreckt sich über ein Gebiet von 22’912 km2. Etosha bedeutet „Grosser weisser Platz“, die Etoshapfanne ist 4’731 km2 gross, mit einer Länge von 110 km und ist an der breitesten stelle 60 km breit. Die Pfanne ist meistens trocken, ausser in der Regenzeit. Die Etosha-Pfanne ist eine Lehmpfanne mit Salzgehalt und weist eine charakteristische weiße und grünliche Oberfläche auf. Im Gegensatz zu den kleineren Nebenpfannen weist die Etosha-Pfanne nicht die Charakteristiken einer klassischen Salzpfanne auf.

Unendlich ausgedehnte ebene Fläche bis zum Horizont.

Am ersten Tag erkundigte ich nach Ankunft die nordöstliche Seite des Parks. Es hat viele weite, offene Ebenen, wo man in der Ferne zwar Tiere mit dem Feldstecher sehen kann. Aber richtig nah kommt man den Tieren an den Wasserlöchern. Es ist interessant zu beobachten, das meist nur Gleichartige Tiere Am Wasserloch sind, die anderen warten respektvoll in der Nähe und gehen dann zum Trinken ans Wasser wenn die anderen Tiere am weggehen sind. Während die Tiere trinken sind sie sehr aufmerksam, stets ist Sicherheit das oberste Kriterium. Ein Geräusch, ein aufstampfen eines anderen Tieres und schon rennt die ganze Herde kurz davon, um dann, wenn zu erkennen ist das keine Gefahr besteht, wieder zurück zu kehren.

 

Übernachtet hatten wir im Namutoni Camp. Man hat auch da ein Wasserloch, welches man zu Fuss erreichen kann. Dort, auch Nachts spät hatte ich aber ausser zwei Giraffen keine weiteren Tiere gesehen. Dafür hatte sich ein Elefant innerhalb des Camps verirrt.

 Innerhalb des Camps befindet sich auch ein ehemaliges Deutsches Fort.

Tag 102 und 103 / 125 km

Vom Camp Namutoni zum Camp  Halali

Man fährt natürlich nicht die direkte Strecke von Camp zu Camp, es gibt viele Abzweige zu Wasserlöchern oder Aussichtspunkten die man auf dem Weg zum nächsten Übernachtungsplatz abfährt. So bin ich heute insgesamt 220 km gefahren.

Schon kurz nach Toröffnung um 6:25 bin ich los gefahren. Und habe auch schon beim ersten Wasserloch, wo ich dann mein Frühstück genoss, 3 Löwen gesehen.

Die  Ruhe und die zeitlupenartigen Bewegungen, das Riechen der Tiere, man kann an so einem Wasserloch Stunden verweilen und einfach nur Staunen und den Moment geniessen.


Am nächsten Tag 103 startete ich wieder früh um weitere Pirschfahrten zu unternehmen. Das Wasserloch in welchem ich gestern die vielen Elefanten gesehen hatte, wählte ich als Platz für mein Frühstück aus. Doch leider war kein einziges Tier dort, das Frühstück schmeckte aber trotzdem. Auch weitere Pirschfahrten an diesem Tag waren eher mager. Ein paar Gnus, Zebras und Antilopen. So entschloss ich mich bei einem der Wasserlöcher mein Mittagessen einzunehmen und dann dort ein Buch zu lesen, in der Hoffnung es bewegte sich dann da etwas. Leider wieder nur wenige durstige Tiere. 

Im Hintergrund ist die weisse Salzpfanne gut zu erkennen.

Gegen Abend entschloss ich mich dann, ins Camp zurück zu fahren und siehe da auf dem Heimweg sah ich doch noch zwei Löwen, welche ich ungestört ohne andere Beobachter nur für mich hatte. Sie lagen faul im Gras, hoben aber neugierig den Kopf als ich sie ansprach. 

Die Sonne war bald am Horizont, also Zeit noch ins Camp zu kommen, da sah ich im vorbeisausen das Auto unserer beiden Reiseleiterinnen und wurde noch zu einem Kaffee zum nahenden Sonnenuntergang eingeladen. Das Camp erreichten wir trotzdem noch vor Torschluss.

Nicht genug, denn im Camp hat es auch ein Wasserloch, welches nachts angestrahlt wird. Zu später Stunde sah ich noch ein Nashorn.

 

 

Tag 104 / 110 km

Von Etosha Halali nach Okaukuejo Etosha.

Die letzte Etappe im Etosha zum Okaukuejo Camp. Unterwegs hatte ich wieder ein paar Abstecher von der Hauptroute zu einigen Wasserlöchern unternommen. In einem Wasserloch waren 3 Löwen die auf Beute lauerten, aber es gab dort derart viele Autos, so dass ich nicht in gute Kameraposition gelangen konnte. Zur Zeit sind viele Schweizer Urlauber mit Safari-Fahrzeugen hier unterwegs. Ich werde oft angesprochen, wenn sie meine SO Autonummer sehen und wundern sich wie man von der Schweiz hier her fahren kann.

Die Gazellen kamen immer näher an die Löwen, doch kurz vorher bemerkten sie den Hinterhalt und rannten alle davon. Die Löwen verzichteten auf einen Angriff.

 Zum Sonnenuntergang und in der Nacht ging ich wieder zum Wasserloch hier im Camp.

In der Nacht spielte sich einiges ab am Wasserloch. Zuerst waren 5 Nashörner da, dann tauchte aus dem Dunkeln eine Elefantenherde auf. Ein Nashorn verteidigte das Wasserloch mit Drohgebärden und Angriffen auf einen Elefant. Dieser wich aber aus, so das sie sich nicht berührten. 

Während dieser Szene wurden die kleineren Elefanten in die Mitte genommen und so beschütz.

 

Rhinos

Die Nashörner zogen den Kürzeren und verschwanden.

Dann balgten vor meinen Augen zwei Elefanten. 

Es gab eine grosse Staubwolke. Ein tolles Erlebnis mehr in dem schönen Etosha -Park.

 

Tag 105 / 260 km

Von Okaukuejo nach Kermanjab

Weil mir Etosha so gut gefällt, entschied ich mich nicht hier den Park zu verlassen und über Asphaltstrasse nach Keramanjab zu fahren. Ich fuhr Richtung Westen 200 km auf der Schotterpiste und verlies den Park am Galten Gate. Dieser Teil des Parks war bis vor kurzem nur für registrierte Namibische Reiseführer zugänglich. Nun ist er aber öffentlich. Den ganzen Tag sah ich fast keine Autos. Von unserer Gruppe hatten nur drei 4×4 sowie unsere Reiseleiterinnen und ich diese Route gewählt. Es war einfach toll in dieser Natur so ganz alleine unterwegs auf Pirschfahrt zu sein. Die Wasserlöcher mit den Tieren waren jeweils privat nur für mich. Wildkatzen sah ich leider keine. Doch Tiere in wilder Natur zu beobachten ist faszinierend genug. Sie zögern beim Nähern zu einem Wasserloch, weil für sie da ein blaues undefinierbares Objekt steht. Am scheusten sind die Zebras. Da wagt sich dann eines mal Schritt für Schritt vor, bleibt immer wieder stehen und schaut zu dem blauen fremden Objekt. Die ganze Herde bleibt in respektabler Distanz stehen und wartet ab, bis das Leittier am Wasser ist. Dann trauen sich manche auch, aber nicht immer alle. Ganz anders die Elefanten, sie marschieren zügig und selbstsicher auf das Wasserloch zu, meist nähert sich dann der Bulle und macht mit Drohgebärden Richtung dem Auto klar, dass er hier das sagen hat. 

 

 Tag 106 / 115 km

Von Kamanjab nach Khorixas

Am Morgen besuchten wir zuerst das Himba Dorf Otjikandero. Die Ovahimba sind das letzte indigene Naturvolk des südlichen Afrika, das in einigen Landstrichen noch so lebt wie vor den Zeiten des westlichen Einflusses auf dem afrikanischen Kontinent. Die roten Nomaden versuchen ihren traditionellen Lebensstil aufrecht zu erhalten und ihre kulturellen Kenntnisse vor dem Verschwinden zu bewahren. Deswegen strahlen Sie einen Stolz und eine Faszination aus. Die Regierung erlaubt den Kindern der Himbas, dass diese nur für 3 Jahre zur Schule gehen um wenigstens Lesen, Schreiben und ein wenig englisch zu lernen. Diese Kinder leben dann als traditionelle Himbas. Eine Frau hat meist 9 bis 10 Kinder. Davon schicken sie dann 3 oder mehr Kinder für 12 Jahre zur Schule. Diese wollen dann einen Job um Geld zu verdienen und müssen aber ihre Familien unterstützen.  Die Männer der Himbas sind mit ihren Rinderherden unterwegs in Gebiete wo keine Trockenheit herrscht. Die Frauen sind dann mit ihren Kindern allein im Dorf. Zur Regenzeit kehren die Männer mit ihren Rindern wieder zurück.

Wir hatten die Möglichkeit, Uns über ihre Kultur zu informieren. Verschiedene traditionelle Aktivitäten wurden präsentiert, so z.B. das Rauchbad der Ovahimbafrauen, die sich tatsächlich nie mit Wasser waschen, sondern mit einer rötlichen Sonnenschutz-Creme, die sie aus einer Mischung aus Ockerstein und Tierfett gewonnen wird. Hierdurch entsteht die rote Färbung der Ovahimbafrauen. Dann erklärte unser Guide, ein Herero, etwas über das kulturell enorm wichtige heilige Feuer und den Ahnenglauben der Ovahimb. 

 

Tag 107 / 330 km

Von Khoriaxis nach Omaruru

Unterwegs machte ich einen Abstecher, natürlich wieder Gravelroad zu den Vingerklip. ich kam wir vor wie in Arizona oder wie im Monument Valley in den USA.

 

 

Vingerclip-Lodge

Am Abend besuchten wir ein Weingut in Omarulu und übernachteten nach der Weinprobe und einem Nachtessen, gleich dort.

Tag 108 / 155 km

Von Omarulu nach Spitskoppe.

Ein Highlight dies Landschaft. Das wunderschöne riesige Naturcamp liegt direkt unterhalb der grossen Spitzkoppe – dem 1730 m hohen, glatten Granitkegel vulkanischem Ursprung und über 700 Millionen Jahre alt. 

Die Strasse glich manchmal eher einem Wellblech. Mein Gang-Schaltknopf brach ab und irgendwo tropft Öl aus dem Motor. 

Ich meinte mein Auto sei blau? Nun ist es eher grau!


Inzwischen wurde es wieder einmal gewaschen, doch wozu eigentlich, es geht ja immer weiter auf den staubigen Pisten.

Nach der Ankunft am Camp unternahm ich wieder mal eine Wanderung durch die bizarren Felsbrocken.


Christine kümmert such wirklich um alles, und zieht bei meinem Auto ein paar lose Schrauben an. So eine Reiseleiterin hatte ich noch nie erlebt, einfach total Spitze!

Am Abend sassen wir bis nach Mitternacht am Lagerfeuer unter einem fantastischen Sternenhimmel.

Tag 109/ 290 km

Von Spitskopie nach Swakopmund

Am frühen Morgen musste ich einfach noch einmal auf diese Granitfelsen klettern.

Es ist so mühsam diese Brocken herum zu schieben!

Dann ging es zügig über gut zu befahrende Piste runter ans Meer. Ich wählte die Route über Hentiesbaai, weil ich noch ein Stück weit nach Norden zu einer Seal Colony fahren wollte.

Mit 100 km/ h durch die Wüste auf der guten Schotterpiste. Nur fliegen ist noch schöner!

Dann fuhr ich wieder Richtung Süden ca. 120 km auf einer Salzpiste. Das ist eine Sandstrasse welche regelmässig mit Salzwasser besprüht wird und dadurch eine ganz glatte Oberfläche hat. Die Strasse führte alles dem Meer entlang. Unterwegs sah ich noch ein gestrandetes Schiffsfrack.

Tag 110 in Swakopmund

Am Nachmittag wurden wir abgeholt zu einem Ausflug in die Wüste. Living desert – die Wüste lebt. Ich war ja schon oft mit 4×4 Jeeps in der Wüste, doch diese Tour war absolute spitze. Es ging nicht darum einfach in den Dünen herum zu sausen, uns wurde gezeigt wieviele unscheinbare Tiere in der Wüste leben. Der Guide, wie Krokodile Dundee, versteht die Natur zu lesen und kann es auch gut und verständlich erklären. 

 

Da fuhren wir hier vorbei und er sieht aus dem Auto heraus, das eine Sandviper (extrem hoch giftig) in dem Hügel liegt. Sie befindet sich auf der LUF Seite des Kleinen Hügels, weil immer dort Samen und Kräuter welche vom Wind hier her geweht wurden, da liegen. Insekten, Eidechsen und andere Tiere gehen dahin um sich von diesen Samen und Kräutern zu ernähren. Auf diese hat es die Schlange abgesehen. Sie hat sich im Sand eingegraben, nur ihre Augen schauen aus dem Sand. Wir konnten ganz nahe dran und haben die Augen gesehen. Dann hat er die Schlange mit der Hand von hinten gepackt und in den Sand gelegt. Diese ist sofort wieder den Hügel hinauf und hat sich durch schlängeln wieder eingegraben.

 

Hier liegt sie, die giftige Sandviper, gut im Sand vergraben, nur Augen und Nase schauen raus. 

Auf Grund von Spuren im Sand, ein Griff und er hatte die Eidechse in der  Hand.

Das Chamäleon war im Tiefschlaf, deshalb hat er es nich herausnehmen wollen.

Eine Blend-Schleiche. Blendschleiche weil sie wirklich leuchtet also blendet.

Ein Hase im Gebüsch, sitzt ganz ruhig, damit wir ihn nich sehen, lauert den ganzen Tag und ist erst nachts aktiv. Wie durften uns bis ca. 5 m annähern, sonst hätte er doch seine Tarnung aufgegeben und wäre geflüchtet. Nur wie entdeckt dieser Naturmensch solche Tiere vom Auto aus?

 

Mit Würmern hat er sogar Vögel angelockt.

 

Tag 111 in Swakopmund

Morgens um 8 Uhr starteten wir zu einer Bootstour in Walvisbai. Wir sahen Delphine, Seelöwen, Roben und Pelikane. Das witzige war, das plötzlich ein Seelöwe und dann noch Pelikane auf das Boot kamen. Die wussten, das sie dort Fische bekommen.

 

 



 





 Tag 112 / Swakopmund

Der heutige Tag war für freie Aktionen vorgesehen. Ich nutzte die Gelegenheit und fuhr nach Walvis Bay im fort in einer Garage nach der Ursache vom Ölverlust des Motors zu suchen. Es ist eine Dichtung zwischen Motor und Getriebe welche undicht ist. Das Ersatzteil ist aber in Namibia nicht erhältlich und würde bei Bestellung ca 7. Tage benötigen. Soviel Zeit habe ich nicht, also fahre ich weiter und prüfe laufend den Motoröelstand um entsprechend nach zu füllen. 

Es waren schöne vier Tage in Swakopmund. Hier hat es viele sehr schöne Restaurants wo man feinen Fisch und frische Austern essen kann, wovon ich natürlich ausgiebig genossen hatte. 

Tag 113 / 270 km

Von Swakopmund nach Solitaire

Die letzte Etappe auf dem Trans Kalahari Highway, der von Walvis Bay bis Maputo in Mosambik führt. Ab Walvis Bay ging es weiter, alles auf Schotterpiste durch die Namib Wüste. Wir überquerten den Wendekreis des Steinbocks, der die Tropenregion des Planeten markiert.

Es ging wieder hoch auf 1100 m Höhe bis nach Solitaire, wo wir am Abend wieder einmal einen schönen Geburtstag feiern durften. Es gab von Deutschland mitgebrachte Dosenwürste und selbst gebackenes Brote.

Tag 114 / 0 km

Weil es mir hier mitten in der Wüste gut gefällt, bleibe ich noch einen Tag länger hier und lese ein Buch. Naukluft lasse ich aus und fahre Morgen direkt nach Sesriem. Ich erlebte erneut einen fantastischen Sonnenuntergang. Als die Sonne ganz verschwunden war, konnte man sich um 180° drehen, dabei waren die entfernten Berge immer noch von der Sonne mit einer rötlichen Farbe überzogen, welches dann von unten nach oben langsam in Grau überwechselte.

Tag 115 / 217 km

Von Solitaire nach Sossusvlei

Alles Schotterpiste, inzwischen habe ich den Reifendruck bis auf 3,5 bar reduziert. Trotzdem fallen immer wieder Schrauben von Schränken und Türen raus. Das arme Womo muss viel ertragen und leidet denke ich sehr auf diesen Pisten. Aber die Landschaft der Namibwüste ist einfach super schön und ohne die Schotterstrecken könnte man vieles, wie z.B. die hohen Sanddünen oder das Vlei, nicht sehen.

Die Ton-Salzpfanne Sossusvlei ist ein Touristen Magnet. Man kann bis ca. 5 km vor die Salzpfanne fahren, dann wird in  Shuttle-Fahrzeuge 4WD umgestiegen. Vom da geht es dann zu Fuss durch die Wüste.

Seit dem Ausflug „living desert“ gucke ich genauer hin um Lebewesen zu entdecken. 

Tag 116 / 180 km

Von Sussisvlei nach Duwisib

Zuerst aber frühe Tagwache, Abfahrt um 5:40 Uhr zur Ballonfahrt über die Namib-Wüste.

Hier unten wird unser Champagner-Frühstück vorbereitet.

Wir sind bis 1100 m über Grund hoch gestiegen und hatten einen fantastischen Überblick über die Wüste.

 

Dann ging es wieder auf dem Boden weiter, natürlich alles auf Schotterpisten, welche teilweise sehr schlecht waren. Ich hoffe sehr, dass mein Auto nicht so endet:

Solche Schrotthaufen sieht man nämlich oft an den Pistenrändern. 

In Duwisib, unserem Übernachtungsort gibt es ein Schloss, mitten in der Wüste wo man sowas ja nicht erwarten würde. Es ist der Stein gewordene Tagtraum eines deutschen Adligen, welcher dieses Schloss 1908 hier erstellen lies. Hansheinrich von Wolf hat sich hier seinen Traum erfüllt. Das ganze Mobiliar lies er sich von Deutschland kommen und auf Ochsenkarren in die Wüste bringen. 

Am Abend gab es auf der angrenzenden Farm ein gemeinsames Nachtessen. Der Farmbesitzer dessen Eltern schon 1930 hier her siedelten, erzählte uns über sein Leben hier auf der Farm, über Politik, Zusammenarbeit mit den Einheimischen und beantwortete geduldig unsere vielen Fragen. Es war wieder ein sehr interessanter Abend.

Das ist eine typische Rinder-Weide. Da wundert man sich schon wie die Tiere mit so kargem Futter überleben können. Nun verstehe ich auch, weshalb eine Farm meist 1000 Hektaren gross ist. Die Herden werden auf dieser grossen Fläche von Hirten bewacht und auf der Farm herum getrieben. Nachts werden sie eingezäunt, damit sie vor Raubtieren geschützt sind. Die Hirten werden alle zwei Tage vom Farmhaus aus mit Lebensmitteln versorgt.

Tag 117 / 240 km

Von Duwisib nach Aus

Ich wählte die etwas längere Strecke, welche als Panoramaroute angegeben wurde. Die Landschaft auf der Zwischen 1100 und 1300 m Höhe gelegenen Wüste, mit den daraus empor ragenden Berge und Dünen ist wirklich spektakulär. Die Weite und  die verschiedenen Farben kann man auf einem Foto einfach nicht so wie in Wirklichkeit einfangen.

Die letzten vier Kilometer nach Aus waren asphaltiert. Ich wäre beinahe ausgestiegen um den Belag zu küssen!

Tag 118 / 125 km

Von Aus nach Lüderitz

Bei Graub besuchte ich eine Tränke von wilden Pferden. Die Pferde sind Nachkommen aus den Beständen der Deutschen Schutztruppe. Durch die harten Lebensbedingungen und relativ geringe Population (ca. 200 bis 300) haben sich die Tiere über die Generationen hinweg körperlich keiner entwickelt. Leider war die Herde zuweit von der künstlichen Tränke entfernt. Farmer aus der Umgebung haben diese Tränke eingerichtet, damit die Pferde überleben können.

Auf der Strecke fuhr ich am Diamant Sperrgebiet vorbei. Ein verlassen der Strasse ist strikt verboten. 

Im Jahr 1908 wurde in Kolmanskop der erste Diamant gefunden. In dem dadurch ausgelösten Diamanten – Rausch entstand die Stadt Kolmanskuppe. Im Laufe der Zeit hat die Wüste den Ort zurückerobert. Kolmanskop wie es heute heisst ist seit 1950 eine Geisterstadt. 







Alles ist Deutsch angeschrieben, es gab eine Turnhalle, Kegelbahn, Deutsche Metzger und Bäckerei.

Der Wüstensand erobert sich die Geisterstadt langsam aber stetig zurück.

Dann erreichte ich Lüdritz, wo wir etwas ausserhalb auf einer Landzunge, direkt am Meer zwei Nächte bleiben werden.

Bereits im Jahr 1487 suchte der portugisische Seefahrer Bartolomeu Diaz in der Bucht von Lüderiz Schutz vor einem Sturm. Viele Jahre später, im Oktober 1883 setzte der Bremer Kaufmann Joseph Lüderitz das erste Mal Fuss auf sein Land, welches er dem Nama Abgekauft hatte. Ein Küstenstreifen in 20 Meilen Breite von der Mündung des Oranje bis zum heutigen Helmrighausen gehörte Joseph Lüderitz. Reichskanzler Bismark stellte das Gebiet 1884 unter Schutz des Deutschen Reichs. 

Tag 119 / in Lüderitz

Hier auf Shark-Island wo wir zwei Nächte verbrachten, hat es dermassen starken Wind, das es einem fast weg bläst und man deshalb nicht draussen ruhig  sitzen kann.

Ich machte einen Spaziergang durch Lüderitz. Ein vetschlafenes Dorf in einer schönen Bucht am Meer. Im Süden das Sperrgebiet der Diamond Area, Im Norden sowie im Osten endlos weite Wüste, also völlig abgelegen. Bei den wilden Pferden vorgestern hatte ich zwei weisse Frauen getroffen, welche hier in Lüderiz aufgewachsen sind. Ich habe mich da schon gewundert, wiso man 100 km hin und wieder 100 km zurück fährt, nur um ein paar wilde Pferde zu sehen. Nun kann ich es ein wenig nachvollziehen, in Lüditz ist einfach nichts los und es gibt nicht viele andere Ausflugsziele!

Einige gut erhaltene Bauten aus der Kolonialzeit sind erhalten geblieben.

Bahnhof Endstation! Weiter geht es nicht.

Tag 120 / 355 km

Von Lüderitz nach Keetmanshoop

Auf guter Aspalt-Strasse ging es heute bis Keetmanshoop.

Bahnstation mitten Nirgendwo! Man sieht nur den Bahnhof, aber weit und breit keine Häuser. Solche einsamen Bahnstationen sah ich mehrere, heute auf der Strecken nach Keetmanshoop.

Nahe der Stadt besichtigte ich zuerst Giant’s Playground. Das ist ein Irrgarten, der tatsächlich wirkt, als hätten Riesen mit den Steinen Fussball gespielt.wegen der charakteristischen Form nennt man diese Erosionsform „Wollsack-Granit“.

Als nächstes besuchte ich einen Köcherbaumwald. Eigentlich sind es keine Bäume, sie werden den Aloen zugerechnet, und sind nur in den heissen Gegenden Namibias und in den nördlichen  Reginen Süd Afrikas anzutreffen. Köcherbäume werden bis zu 30 Jahre alt.

Klippschliefer oder auch Rock Dassie, trifft man oft. Es sind kaninchengrosse Säugetiere ohne Schwanz. Sie leben gesellig in Kolonien in felsigen Gebieten die Deckung bieten und stellen wie  Erdmännchen Wachposten auf, die bei drohender Gefahr einen scharfen Pfeifton abgeben.

Auch auf dieser Farm gab es ein Grosses Gehege mit 3 Geparden.  Die Tiere kommen am Abend zur Farm und werden hier gefüttert. Sie sind sich an Menschen gewöhnt, deshalb durften wir ohne Zaun dazwischen, den Tieren zusehen.

 

Tag 121/ 230 km

Von Keetmanshoop nach Fish River Canyon

Weiter ging es nun wieder auf Schotterpiste. Also noch einmal Luft ablassen und durch.

Erster halt beim Naute Dam.

Dann besuchte ich den zweit grössten Canyon der Welt. Nicht so gross wie der Grand Canyon in den USA, aber doch respektable Grösse,161 km lang, und zwischen 450 und 550 m Tief. 

Übernachtet hatten wir im Canyon Roadhause.

Das Restaurant vom Roadhaus Camp, das mitten in der Wüste steht, ist aussen und selbst im Restaurant, von alten Autos als umgeben.

 

Tag 122 / 80 km

Von Fisch River Canyon nach Ais-Ais. Kurzr Pistenfahrt bis an’s Ende des Fisch-River Canyons. Dort befindet sich ein Thermalbad, wo ich direkt beim Aussen-Schwimbecken mit meinem Womo stehe und am letzten Tag in Namibia ausspanne.

Tag 123 / 240 km

Von Ais-Ais (Namibia) nach Springbok (Süd Afrika)

Der letzte Tag in dem schönen Namibia. Begonnen habe ich diesen letzten Tag mit einem Bad im Thermal-Schwimmbecken, ganz alleine und noch bevor die Sonne aufging. Ich konnte dann vom Wasser aus beobachten wie die Sonne die angrenzenden Felsen, von oben nach unten zum leuchten brachte.



 

 



 


 

Kommentare
  1. Wild Ruedi & Verena sagt:

    Hoi Rolf
    hin und wieder schaue ich in Deine Reportagen und bin immer begeistert von Deinem persönlichen, wertfreien Stil! Gut gemacht mit dem Reifendruck – nur jetzt doppelt aufpassen auf einzelne Steine auf der Piste! So langsam schliesst sich der Kreis und ich bin gespannt auf Deinen Schlusskommentar. Wo war es am Schönsten und wo hättest Du gerne mehr Zeit verbracht?
    Aus meiner Erfahrung tippe ich auf Malawi….
    Eine spannende Reise und gute Fahrt wünscht Dir Ruedi & Verena

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