Malawi

49. Tag / 145 km

Von Chipata (Sambia) nach Lilongwe (Malawi)

Zur Hauptstadt von Malawi nach Lilongwe führte uns die heutige Route. Grenzübertritt war sehr einfach. Ein Visum hatte ich bereits im Pass. Es wurde keine Roadtax oder andere Gebühr gefordert. Mit den Geldwechslern die einem umzingeln komme ich mittlerweile auch klar und wurde nicht übers Ohr gehauen. 

Für 100 CHF bekommt man diese Menge Geld, das sind 68’200 MWK Malawi Kwacha.

Einer bat mir eine Simkarte an. Die passt nicht, ist zu gross- macht nichts ich schneide sie zu- ja wie denn? – mit einer Rasierklinge! Das will ich sehen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es funktioniert tatsächlich!

Nun kann ich auch meinen Reisebericht wieder fortsetzen. 

Erstaunlich der Unterschied von Sambia zu Malawi. Heute früh in Sambia hatte ich viele Leute gesehen, welche zielstrebig auf der Strasse unterwegs waren. Ich denke die gingen zur Arbeit. In Malawi ist mir zuerst aufgefallen, dass es noch mehr Leute und Kinder als bisher hat die meist aber nicht zielstrebig unterwegs sind, sondern überall entlang der Strasse herum stehen oder vor ihren Häusern sitzen. Die Häuser allerdings sind nicht wie in Sambia-so „Bilderbuch afrikanisch“ (Rundhütte aus Stroh), sondern gemauerte kleine Häuschen.

Unterwegs:

 

Dann hielt ich mal bei einem Stand wo Fleisch gekocht wurde.

 

Das Frischfleisch hängt draußen. Ich kaufte für 75 MWK also 10 Rappen gekochtes Fleisch.

Er schnitt es zu und schob es auf den Tresen. Es schmeckt nicht schlecht. Ich habe den Rest den herbei gekommenen Zuschauern überlassen, ich wollte ja nur mal probieren. Im Store habe ich dann für 83 Rappen ein pfannengrosses Minute Steak gekauft und am Abend selbst gebraten.

Daneben sah ich noch einen Coiffure Salon, der sieht von Aussen so aus:

Im Innern wurde gerade einem Knaben mit so schönem afrikanischen Schäferlocken, alles kurz rasiert.

 

  1.       Seine Geschwister schauten zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  •                       Die sind offensichtlich schon geschoren.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
50. Tag / 135 km
Von Lilongwe nach Senga Bay
 
Am Morgen wurden wir mit zwei uralten VW-Bussen abgeholt, um ein Hilfsprojekt zu besuchen. Frauen werden dort unterrichtet wie man näht und auch wie mittels Nähmaschinen Stoff zu Kleidern, Taschen etc. verarbeiten kann. Die EU hat geholfen, das Haus zu erstellen. Von Spenden wurden Stoff und Nähmaschinen gekauft. Die elektrischen Nähmaschinen stehen aber in der Abstellkammer, weil es dauernd Stromausfälle gibt. Die Frauen nähen deshalb mit mechanisch (Pedalen) betriebenen Maschinen, so wie wir die früher auch hatten. Die Idee dahinter ist, dass die im Nähen ausgebildeten Frauen, ihr wissen an ihre Dorfbewohnerinnen weiter geben und damit Gelegenheit bekommen etwas zu verdienen. Vom Verkauf und von Spenden, werden weitere Nähmaschinen angeschafft und angedacht ist auch eine Energieversorgung über Solarpannels.
Gegen Mittag fuhren wir dann mit unseren eigenen Womos weiter Nach Senga Bay.
 
 
 
 
Senga Bay liegt am Malawisee früher Nyassasee. Dieser wurde erst im 19.  Jhdt. entdeckt, etwa zeitgleich von mehreren Forschern: von Livingstone aus England, Dr.Roschen aus Deutschland und dem Portugiesen Cardoso. Zu Zeiten des blühenden Sklavenhandels im 19. Jhdt. trug der See oft die traurige Fracht der geraubten Menschen aus dem Inland in Richtung Sansibar. Bis 30’000 Sklaven wurden jährlich verschifft.
Der Malawisee ist der dritt grösste See Afrikas, er ist 575 km lang, an der breitesten Stelle 85 km breit und bis zu 700 m tief! Aus dem See fliest der Shire-Fluss hinaus und mündet 500 km weiter südlich in den Sambesi. Insgesamt 14 Flüsse fliessen in den See. Leider wird vom baden abgeraten, man könnte sich Bilharziose einhandeln. -Schade-
 
 
 
 
Nun sind wir wieder auf unserer ursprünglich geplanten Route. Das war schon ein Grund am Abend zu feiern.
 
51. Tag / 0km
Ruhetag in Senga Bay
 
Morgen Spaziergang durch zwei Dörfer hier in Senga Bay. Zurück fuhren wir mit Motorrad-Taxi.
In dieser Grube werden aus Lehm-Sand, Bausteine für den Hausbau hergestellt und an der Sonne getrocknet. Wenn es regnet was natürlich selten vorkommt, müssen die Steine teilweise wieder ersetzt werden. Wer Geld hat kauft sich natürlich gebrannte Backsteine.
Fische werden an der Sonne getrocknet.
 
Zwe
 
 
 
 
 
52. Tag / 285 km
Von Senga Bay nach Chintheche
 
Entlang dem Malawisee führte uns die heutige Etappe bis nach Chintheche, wo wir auch wieder am Ufer des Sees übernachteten. Einmal mehr sah ich auf dieser Strecke tausende Leute und Kinder all überall. Oft winken sie einem zu, Jugendliche fragen aber manchmal auch nach Geld!
 
Sie hatten mich entdeckt, also schnell Fenster zu und los fahren bevor mein Auto komplett von neugierigen Kindern umstellt ist!
 

In Malawi bringt eine Frau in ihrem Leben durchschnittlich 5,5 Kinder zur Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 47,1 bis 54,6 Jahren angegeben. 12 % der Erwachsenen (15–49 Jahre) sind HIV-positiv. Die Analphabetenrate liegt bei durchschnittlich 30 %, Männer 22,3 %, Frauen 36,7 %. Malawi hat 14 Mio.  Amtssprache ist Englisch. Die Bevölkerung spricht unter einander in verschiedenen Bantusprachen. 

Am Abend gab es wieder einmal ein gemeinsames Nachtessen im Restaurant auf dem Campground.

 

53. Tag / 0 km

Ruhetag am Malawisee. Neben dem Campground gibt es eine private Schule. Am Abend besuchte uns der Gründer dieser Schule bei einem gemeinsamen Barbecue. Gernold ist ein Österreicher, in Wien geboren und ist schon früh und viel durch Afrika gereist. In Malawi hat er eine Frau gefunden und ist hier geblieben. Ihre zwei Kinder hat er adoptiert. Nun war das Problem, das er die beiden nicht in eine staatliche Schule schicken wollte, weil dort in einer Klasse bis zu 150 Kinder unterrichtet werden. Ausserdem seien die Lehrer oft betrunken! Schulpflicht gibt es leider in Malawi nicht. Kurzerhand stellte Gernold ein Lehrer für seine beiden und für andere Kinder ein und legte somit den Grundstein der heutigen Schule, die nun seine Frau Rose betreut. In Klassengrössen von max. 25 Schülern, werden hier 200 Kinder aus dem Umkreis von 30 km unterrichtet. Die Eltern welche können zahlen 160 € pro Jahr und Kind. Etwa 20% können aber nicht soviel Geld auftreiben. Deren Kinder werden dann halt umsonst unterrichtet, weil er sie nicht wegschicken mag. Ein Lehrer verdient 40 Euro im Monat. Er würde gerne ein Mädchen Internat bauen, doch fehlt hierzu noch das Geld. Englische Rotarier hatten ihn bisher unterstütz, doch nun geben sie das Geld für die Flüchtlinge in England aus. Ein Mädchen Internat deshalb, weil die bereits ab 13. oder 14. Jahren schwanger werden und zudem sehr Aids gefährdet sind. Im Geschlossenen Internat könnten sie eine längere Ausbildung absolvieren.

 

54. Tag / 220 km

Von Chintetheche nach Chitimba

Weiter dem schönen Malawisee entlang unser letzter Tag in dem schönen Malawi. Plantagen, Reisfelder, Aufforstungen und einige wenige alte Wälder hatten wir heute durchfahren. Hier wird auch Kautschuk gewonnen.  Über den Fluss South-Rukuru führt eine uralte Hängebrücke, die ich natürlich begehen wollte. Hat es Krokodile im Wasser- falls ich runter falle? – nein heute nicht, manchmal hat es Hypos, aber heute auch nicht!

 

Chitimba Camp, mein Auto steht unter Den Mangroven neben der Bar am Sandstrand vom Malawi See. 

Morgen geht die Reise weiter über die Grenze nach Tansania.
Nun heisst es Abschied nehmen von Malawi und dem schönen Malavisee mit seinen wechselnden Stimmungen, den erstaunlich schmalen Einbäumen der Fischer, vom See er so riesig gross ist wie der ganze Staat Belgien, von den vielen Menschen, den unzählig vielen Kindern, die entlang der Strasse am Malawisee wohnen.
 



 

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