KIRGISTAN

Kirgisistan ist ein zentralasiatischer Binnenstaat mit rund 5,5 Millionen Einwohnern. Er grenzt im Norden an Kasachstan, im Südosten an China, im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan.

Die Kirgiesen sind eigentlich ein Nomadenvolk. Auf dem Land leben sie nach wie vor als Nomaden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eroberte das russische Kaiserreich schrittweise das Land. Die russische Dominanz in Kirgisistan dauerte schließlich von 1876 bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 an. Die Russen haben hier erst Stätte gebaut und so die Nomaden erst zur Sesshaftigkeit und zum Leben in Kolchosen und Fabriken gebracht. Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1992 kam es schon zwei mal zu Aufständen. Im Parlament saßen fast nur Verwandte des Präsidenten. Auch heute und auch nach der zweiten Revolution 2010 herrscht immer noch große Korruption.

Im April 2010 kam es wegen der Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu Demonstrationen, die zunehmend gewalttätiger wurden, wir haben die Einschusslöcher vor dem Regierungsgebäude gesehen, wo auf die Demonstranten geschossen wurde. Schließlich kam es zu einem Regierungswechsel. Präsident Bakijew flüchtete am 15. April nach Kasachstan. An seine Stelle trat als Übergangsregierung eine Frau, Rosa Otunbajewa. Sie legte eine Verfassungsänderung vor, um das Präsidialsystem abzuschaffen. Es kam auch im Süden Kirgistans zu schweren Unruhen zwischen Kirgisen und Usbeken. Es gab Hunderte Tote und Zehn- oder Hunderttausende flüchteten, zumindest kurzzeitig. Die Übergangsregierung warf den Anhängern des gestürzten Präsidenten Bakijew vor, die Spannungen zwischen den beiden Ethnien zu instrumentalisieren, um das Verfassungsreferendum zu verhindern. Rechtzeitig vor der Abstimmung beruhigte sich die Lage wieder. Weil Rosa Otunbajewa Übergangspräsidentin war, könnte sie sich nicht zu den Neuwahlen aufstellen lassen. Ich hatte schon im Bericht über Usbekistan auf diese Unruhen ähingewiesen und mehr Details bei der Besichtigung der Hauptstadt erfahren.

Der Grenzübertritt verlief auch dieses mal sehr entspannt. Die Fahrzeuge wurden beider Ausreise geröntgt, aber sonst alles wie gehabt. Nach ca. 3 Stunden war das Ganze überstanden. 

Im Grenzgebiet in der Stadt Osch verbrachten wir die erste Nacht. 

Am anderen Tag ging es zuerst mal zu Fuß auf eine kleine Wanderung zum Berg Suleimann, einer wichtigen Pilgerstätte der Moslems.




Und wieder mal auf den Markt, man braucht üauch hin und wieder etwas zum selber kochen.





Es gibt auch entlang den Straßen hunderte von Ständen wo Erdbeeren frisch ab Feld verkauft werden.

Nach Wanderung und Markt standen noch 350 km Fahrt auf dem Programm. Wir sollten Jalal-Abad umfahren um nicht an die Grenze von Kadachstan zu gelangen. Mit diesen vielen Abzweigungen verpasste ich den Weg und musste dann umkehren, weil eine Brücke nicht passierbar war. Kurz vor 19 Uhr zum Glück noch bei Tageslicht erreichte ich aber den Übernachtungsplatz.


Vom Toktogul-See ging es dann am nächsten Tag weiter bis nach Bischek wo wir wieder 2 Nächte bleiben. Es war eine wunderschöne Fährt über den Ala-Bel Pass den Örmok Pass und den Töö-Ashuu Pass. Zwei mal bis auf 3100 m Höhe mit Schnee und damit verbundener Abkühlung.




In der Hauptstadt Bischekek verbrachten wir wieder zwei Nächte. Die Hauptstadt hat auf mich sehr sowjetisch gewirkt. Es hat zwar auch hier große Grünflächen und Parkanlagen. Doch alles ist leider in schlechtem Zustand. Es wird zwar versucht die Anlagen zu bepflanzen, doch Wege, Bänke etc. werden kaum unterhalten und vergammeln. Auch schöne Neubauten wie in Usbekistan habe ich keine gesehen. Den Gebäuden droht das gleiche Schicksal wie den Parkanlagen. Es fehlt an Unterhaltsarbeiten.




Viele Männer tragen diesen typischen Kirgisenhut.




Regierungsgebäude.





Zwei Nächte am Südufer des Issikul See. Es war gut dieser Erholungstag. Ich stellte am Morgen fest, das ich kein Warmwasser mehr hatte. Der Boiler war auf Störung gegangen. Ich dachte schon das ich die ganze weitere Reise auf’s Warmduschen verzichten müsste. Doch Hans und Hansueli verbrachten ein wahres Wunder. Sie bauten die kaum zugängliche Platine der Boiler-Steuerung aus und stellten fest, das ein Kondenser vom vielen Rütteln durch die schlechten Straßen abgebrochen war. Sie löteten diesen wieder auf die Platine und ich kann glücklicherweise meine Reise als Warmduscher fortsetzen. 

Am Nachmittag gab es Barbecue, jeder brachte Salat und saßen wir gemütlich zusammen am See. Das gesamte Reiseleiter Team wagte auch einen Sprung ins ca. 13° kalte Wasser des Issikul Sees.


Kirgistan hat eine wunderschöne Natur. 6500 Gletscher besitzt dieses Land. Die letzten beiden Tage Fahrt Richtung China waren unglaublich schön. 


Übernachtung in freier Natur auf einer Alpwiese in 2700 m Höhe. 

Am nächsten Tag ging es weiter bis Tasch-Rabat einer Karawanserei aus dem 15 Jht. Wir übernachteten dort auf 3100 m Höhe. 


Unterwegs sah man öfters Nomaden-Familien an idyllischen Plätzen mit ihren Jurten.


Morgen geht’s über die Grenze nach China. 

Ev. muss ich meinen Reisebericht hier unterbrechen, da in China und insbesondere in der autonomen Provinz Uigurien manches blockiert wird.