DARWIN Richtung Westküste

Inzwischen sind wir in Darwin eingetroffen. Am ersten Tag gingen wir mit dem Hop-On / Hop-Off Bus auf eine Rundtour durch Darwin. Die Stadt gefällt mir sehr gut. Eine schöne Waterfront, tolle Wohnquartiere mit schönen Häusern. Die Marina in Cullen Bay und natürlich die Lage am Meer. Leider kann man im Meer nicht baden, weil es Krokodile hat und auch noch giftige lebensbedrohende Quallen. An der Waterfront gibt es aber mitten in den Häusern und Restaurants einen kleinen Sandstrand wo man schwimmen kann. Auch ein Wellenbad ist dort angeordnet. Wir haben zum Mittgessen in einem der vielen Restaurants an der Waterfront feinen Fisch gegessen, auch frische Austern habe ich wieder einmal probiert. Am Abend versammelten sich viele Leute an der Waterfront um dort ihre Decken auf der Wiese auszubreiten und Musik zu hören und später das Feuerwerk anzuschauen. Am 1. Juli ist hier der Territorial Day ein Feiertag des Nördlichen Territoriums.

Am zweiten Tag in Darwin habe ich mal einen Ruhetag eingeschaltet. Wäsche musste wieder mal gemacht werden, Fahrzeug vom roten Sand säubern usw. Am Nachmittag unternahm ich wieder mal eine Fahrradtour entlang dem Meer und zurück durch schöne Wohngebiete hier in Darwin.

Am dritten Tag besuchten wir das Museum und Art Gallery des Northern -Territory. Dort war auch eine Sonderausstellung, wo man Didjeridu Klänge hören konnte und Filme über die Herstellung der Didjeridus sehen konnte.

Am 1. Juli findet der Northern Territory Day statt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen, deshalb blieben wir einen weiteren Tag in Darwin.

Der Feiertag mit dem grossen Feuerwerk am Strand war ein toller Abschluss in Darwin.

Insgesamt 5 Tage sind wir in Darwin geblieben. Den nördlichsten Punkt unserer Reise haben wir damit bereits erreicht. Nun geht es wieder südwärts um dann in Katherine nach Westen abzubiegen um dann die Westküste entlang Richtung Perth zu fahren.

Zwei Tage haben wir im schönen Nationalpark Litchfield. Hier gibt es schöne Wasserfälle mit Pools wo man schwimmen darf, weil da aller Voraussicht nach, keine Krokodile drin sind. Die Pools werden täglich kontrolliert und zum Schwimmen frei gegeben. Besonders schön fand ich den Wangi Fall und den Florence Fall.

Man kann bis zu den Wasserfällen schwimmen

Für die Weiterfahrt nach Daly River konnte ich wieder mal eine tolle nur für 4WD zugelassene Piste fahren. Die Strasse oder besser der Weg war meist im tiefen Sand und nur einspurig befahrbar. Bei entgegen kommenden Fahrzeugen musste man ins Gelände ausweichen. Dann war auch noch eine Bach zu durchqueren. Die Wassertiefe war aber nicht schlimm und Krokodile hatte es leider auch keine.

In Daly River sahen wir am Abend wieder mal ein Krokodil im Fluss schwimmen.

In Hot Springs trafen wir auf zwei Bäche der enie mit 60° der andere mit ca. 25° warmem Waser. Im 60° hielt ich es schon nur mit den Füssen nicht lange aus. Weiter unten flossen die beiden Bäche zusammen. Da konnte man sich eine Stelle aussuchen wo einem die Temperatur angenehm zum Schwimmen war.

Wir erreichten wieder Katherine wo wir letztes mal nach Osten Richtung Kakadu Park abgebogen sind. Dieses mal geht es von Katherine aber Richtung Westen. Wir wollen ja wiederRichtung Meer. ZUerst aber machten wir eine kleinen Abstecher nach dem Katherine Gorge. Dort machte ich eine Wanderung und begegnete 4 Damen mit welchen ich dann gemeinsam bis zum Lookout wandern und dabei viele Fragen, die ich über das Land hatte, beantwortet bekam.

Mit nur einer Zwischen-Übernachtung im Kimberley Gebiet erreichte ich Kununurra. Nun bin ich im neuen Bundesland West Australien. Es gab eine Frucht und Gemüse Kontrolle im Auto. Ich wusste es zwar vorher, habe Kartoffeln gekocht so das ich sie behalten durfte. Doch Salat Banane und Tomaten musste ich abgeben und in Kununurra neu kaufen.

Hier gibt es Boab Bäume wie in Afrika

Hier trennen sich unsere Wege wieder. Vreni und Peter fahren auf dem Victoria Highway weiter und ich will die berühmte Gibb River Road fahren. Das Hochland zwischen Derby und Kununurra wird als „The Kimberley“ bezeichnet. Auf 423’000 kqkm, grösser als die Schweiz und Deutschland zusammen, leben gerade mal 34’000 Menschen. Die Kimberley wird als eines der letzten Wildnisgebiete Australiens bezeichnet.

Die Gibb River Road will ich also fahren. Sie ist das Road-Trip-Highlight im Norden von West Australien. Ganze 660 km zieht sich die unasphaltierte Straße von Kununurra nach Derby und gilt als Herausforderung für alle 4×4 Fahrer. Auf dem Weg kommt man an den bis zu 600m hohen Cockburn Ranges, an Gorges, Wasserfällen, Pools, riesigen Rinderfarmen und mehreren Aborigine-Gemeinden vorbei.

Von Kanunurra ging es nun auf die berühmt berüchtigte Gibb River Road. 

Der erste Teil bs EL Questo war noch eine befestigte asphaltierte Strasse. Entsprechend viele Leute hatten da übernachtet. Zuviele für mich, die Australier haben nun Winterferien und viele Europäer verbringen ihre Sommerferien hier. 

Also fuhr ich am nächsten Morgen gleich weiter. Von El Questo an ist die rund 700 km lange Strecke nun eine Schotterpiste. Da sind nun nicht mehr viele Autos unterwegs. Die steinige Schotterpiste ist die schlechteste die ich je befahren habe. Man muss mit mindestens 80 km/h darüber brausen und wirbelt unheimlich viel Staub auf. Langsamer zu fahren bringt nichts es rüttelt und schüttelt dann noch viel mehr. 

Brolga Kranich

Als ich unterwegs mal einen Zwischenhalt machte, stoppte ein Auto neben mir. Die beiden netten Schweizer aus Thun stiegen aus und stellten sich vor, Katherin und Yanick. Sie hätten mein Auto bereits im Litchfield Park parkiert gesehen aber ich sei nicht drin gewesen. Die beiden kochten gleich vor Ort Kaffee und luden mich dazu ein. Sie sind schon seit 9 Monaten in Australien unterwegs und kennen sich sehr gut aus. Beide sind sehr erfahrene Weltreisende. Wir verabredeten uns den Abend gemeinsam auf dem Campground in Ellenbrae zu verbringen. Yanick machte am Abend ein Feuer und wir hatten einander viel zu erzählen. Sie markierten mir auf der Karte viele schöne Plätze die sie in Australien besucht hatten und wo ich sicher auch noch vorbei kommen werde. Ich habe viel von den beiden gelernt. Ich fuhr am anderen Morgen weiter einen Abstecher von der Gibb Road zu Drysdale River. Wir trafen uns bei der Abzweigung noch einmal zum Kaffee. Ich hoffe die beiden wieder mal zu treffen, wenn nicht in Australien vielleicht in der Schweiz.

Im Drysdale River darf man baden. Ev. hat es Süsswasser Krokodile, die würden einem aber nichts tun. 

Also ich verzichte freiwillig auf‘s baden!

Von Drysdale River bin ich gleich die ganze Gibb River Road bis zum Ende in Derby gefahren. Ich habe so viele Gorges (Schluchten) und Wasserlöcher gesehen und will nun endlich ans Meer! Die Gibb River Road liegt nun hinter mir. Es war eine anstrengende holprige Piste mit zum Teil sehr groben Schotter und immer wieder grossen kantigen Steinen, welche einem die Reifen zerschneiden können. Nur wenige Abschnitte der Strecke waren gut präpariert und waren leicht zu befahren.Das verstärkte Fahrwerk und die guten Reifen die ich habe, hatten sich bewährt. Mein Auto ist heil raus gekommen. Ich habe viele gebrochene Achsen unterwegs gesehen, unzählige Pneus lagen am Pistenrand und jeden Tag habe ich Tieflader überholt, welche defekte Trailers oder Camper raus gefahren haben. In Australien darf man ein liegen gebliebenes Fahrzeug auf keinen Fall verlassen. Sobald ein verlassenes, beschädigtes Fahrzeug am Strassenrand steht, fallen die vorbei fahrenden darüber her, bauen Ersatzteile und alles Wasser brauchen können aus. So sah ich oft eine Frau neben dem Auto sitzen und warten bis ihr Mann von irgendwo her Hilfe holte. Insgesamt war es eine gute Erfahrung die Gibb zu fahren, man muss das einfach mal gemacht haben. Doch ein zweites mal würde ich es nicht mehr tun.

Sonnenuntergang in Derby vor einem Kunstwerk, das man am Besten durch eine Fotolinse erkennt.