CHINA (Uigurien / Gansu)



Die Volksrepublich China hat 1’366’040’000 Einwohner, also gerade 171 mal mehr als die Schweiz. Hauptstadt ist Peking. Landessprache ist Standardchinesisch auch Mandarin genannt. Die Fläche beträgt 9.6 Mio km², also 230 mal grösser als die Schweiz! Religion ist Taoismus, Buddhismus, Christentum nur 3-4% und Islam noch weniger 1-2%. Landeswährung ist der Renminbi ¥Uran (RMB ¥), 1 Chinese Yuan Renminbi (CNY) ist Ca. 14 Rappen wert.
China hat uns äußerst unfreundlich empfangen. Wir mussten die Autos am Zoll stehen lassen. Alle Lebensmittel wurden konfisziert. Dann wurden wir mit einem Bus in das 60 km entfernte Kashgar in ein Hotel gefahren. Erst nach Mitternacht kamen wir dort an. Zuerst wollten wir noch was essen, wir hatten ja den ganzen Tag nicht richtig essen können . Ich weis nicht wieviel mal meine Papiere an unzähligen Kontrollposten kontrolliert wurden. Es war also eine kurze Nacht in dem Hotel.Anderntags ging es wieder mit dem Bus 60 km zurück an den Zoll. Zweimal das Fahrzeug auf die Waage, dann zu einem anderen Zollhof fahren und dort Fahrzeug scannen. Bei einem Reiseteilnehmer wurde ein Transchiermesser gefunden, nun müssten alle angeben wieviele Messer wir besitzen. Ob wir Gasflaschen mitführen dürfen war lange Zeit unklar. Nun wissen wir das wir es dürfen. War aber größere Aktion bis die Zustimmung kam. Also wieder ein weiterer verlorener Tag auf einem heißen staubigen Sandplatz. Wir werden wie Verbrecher behandelt. Wenigstens durften wir endlich unseren Stellplatz in Kashgar anfahren, in unseren Womos übernachten und in der Nähe etwas essen. Am dritten Tag ging es wieder zum Zoll zurück. Dieses Mal zur Polizei. Dort wurden Fahrgestell- und Motornummern kopiert und anschließend durften wir wieder zurück nach Kashgar. Nun war endlich Gelegenheit Lebensmittel einzukaufen, die Stadt zu besichtigen usw. 








Am Abend gab es ein gemeinsames sehr gutes Chinesisches Essen, was mich nun wieder etwas mit China versöhnt hat. Die Leute hier sind sehr freundlich und winken und fotografieren uns. Sie können ja nichts dafür, dass soviel Polizisten hier herumstehen und tausende von Kameras alles überwachen. Wie froh bin ich doch, nicht unter solchen Bedingungen leben zu müssen.

Am vierten Tag, gegen Mittag durften wir endlich losfahren. Wir bekamen erst mal unsere Chinesischen Führerscheine.

Die chinesischen Kontrollschilder wurden uns dann am vierten Tag ausgehändigt. 


Die Reise führte entlang der Taklamakan-Wüste nördlich vom Himalaya Gebirge. Wir durchquerten die autonome Provinz Uigurien. Hier in dieser Region hat es abertausende von Polizisten. Überall sind Videokameras und Blitzlichter. Wir werden dauernd Fotografiert. Jeder Schritt den wir machen wird überwacht. Auch die Einheimischen sind total überwacht. Es gibt keine einzige Kreuzung und sei dies auch nur mit kleinen Staubstrassen, wo nicht eine Kamera darüber wacht, wer wohin fährt. Das ginge für uns ja noch, lästig sind aber die unzähligen Check-Points der Polizei. Man muss Pass und Führerschein abgeben und wird in einem Buch eingetragen. Autoschilder Pass jede Seite werden abfotografiert. Manchmal muss man sich hinsetzen und wird auch selbst fotografiert. Dann gehen Telefonate an höhere Stellen los, es wird nachgefragt ob wir berechtigt seien weiter zu fahren. Ein solcher Vorgang kann dann manchmal eine gute Stunde Zeit beanspruchen. Vor allem wird es sehr schwierig wenn man sich verfährt und abseits der vorgeplanten Route fährt. Dann hilft nur noch ein Telefon-Anruf bei Jonge unserem Chinesen, der dann ein gutes Wort für einem einlegen kann. Es soll besser werden, wenn wir aus der Provinz Uigurien raus sind. Wir befinden uns halt im afghanisch-pakistanischem Grenzgebiet.

In mehreren Tagesetappen sind wir also bis Minfeng entlang der Taklamakan gefahren. Leider war bedingt durch starken Wind, viel Staub in der Luft, so dass wir das südlich von unserer Fahrroute liegende Gebirge (Himalaya) nicht sehen konnten. 


Auf der längsten Teerstrasse der Welt, welche eine Wüste von Süd nach Nord durchquert, 520 km, sind wir bei leichten Sandstürmen gefahren. Die Straße wurde gebaut, weil in der Taklamakan, Oel und Gas gefunden wurde. Damit die Sanddühnen die Straße nicht zuwehen, sind im Abstand von 5 km Pumpenhäuschen gebaut worden. Immer zwei Personen welche dort wohnen, sind für den entsprechenden Strassenabschnitt für den Unterhalt verantwortlich. Sie kehren die Straße und bewässern die Büsche seitlich der Straße. Unvorstellbar ein Leben in diese sehr heißen, einsamen Wüste. Mitten in der Taklamakan haben wir übernachtet. 

Mein Außen-Thermometer zeigte 49.7°C. Das Innere meines Autos ist mit einer dünnen Sandstaubschicht überzogen, aber bis wir raus aus dieser Region sind, lohnt sich eine Reinigung gar nicht. Nach der Durchquerung der Taklamakan befinden wir uns nun auf der Nordseite der Wüste. Unser nächstes Ziel war die Stadt Turpan, wo wir zwei Nächte blieben um hier einige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.



Zuerst besuchten wir die alte Garnisonsstadt Jiaohe, welche schon 2000 Jahre vor Christi Geburt entstanden ist. Die Ruinen sind nur deshalb einigermaßen erhalten geblieben, weil hier in Turpan max. 30 mm Regenwasser nieder fällt . 



Nächste Station war das unterirdische Bewässerungssystem der Stadt. Die Oase Turpan wird über 5000 km lange unterirdische Kanäle, von den nördlich liegenden Bergen des Tien Shan-Gebirges, mit Wasser versorgt. 

Aus diesem Grunde ist die Stadt sehr grün, mit Bäumen die genug Schatten spenden, den im Sommer wird es hier bis 50°C warm. Jetzt als wir da waren zeigte das Thermometer immerhin 41°C. In Turpan wachsen auch viele Trauben, welche bereits Im August geerntet werden können. Den hier produzierten Wein versuche ich erst später, bei 40°C bevorzuge ich doch lieber nur Wasser und am Abend ein kühles Bier. 

Zum Abschluss in Turpan besuchten wir noch die YiMin-Moschee oder auch SuGongTa genannt. 



Weiter vorerst zum tiefsten Punkt Chinas zum Aiding-Köhl-See welcher 50 m tiefer als der Meeresspiegel liegt. 

Dann ging des zügig auf der Autobahn weiter über Hami bis Dunhuang wo wir zwei Nächte blieben und ich am zweiten fahr-freien Tag Geburtstag hatte. Doch aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten dort blieb nicht viel Zeit zum feiern. Am ersten Abend besuchten wir den Nachtmarkt.

Am zweiten Tag Vormittags ging es zu den Mogao Grotten. Ein Mönch soll hier im Jahr 366 die erste Grotte in den Fels geschlagen haben. Binnen 400 Jahren stieg die Zahl der aufwendig ausgeschmückten Höhlentempel auf über 1000. Bis heute blieben 492 Grotten erhalten. Mich hat erstaunt wie gut auch die Farben der Wandmalereien und auch die Farbe auf den Statuen erhalten geblieben sind. Die Mogao Grotten sind eine der grössten Sehenswürdigkeiten der Seidenstraße. Täglich werden max. 6000 Besucher eingelassen. Nebst Chinesen waren wir die einzigen Ausländer. Zuerst wurde ein Film über die Geschichte und ein aufwendiger Panorama Film gezeigt, den die Grotten sind unbeleuchtet und nur die englisch sprachige Führerin beleuchtete im Innern die einzelnen Grotten, welche wir besichtigen dürften. Ein Prunkstück war neben dem liegenden Buddha, der 34.5 m hohe Maitreya-Buddha, er gilt als größte eingehauste Buddhafigur der Welt. 









Am Nachmittag ging es dann hinaus in die Wüste zu den schönen Sanddünen der Wüste Gobi und zum Mondsichelsee. Auch dort wimmelte es von chinesischen Touristen und wir waren wieder die einzigen Exoten. 





Dunhuang ist eine sehr schöne Stadt. Die Stadt ist sehr sauber hat gepflegte Parkanlagen, die Leute sind gut gekleidet und amüsieren sich abends am Nachtmarkt und all überall auf den Straßen. Ich finde es schön das in dieser Provinz Gansu wo wir uns nun befinden, ein freieres leben als in der Provinz Uigurien möglich ist. 
Die nächste Fahretappe führte uns nach Jiayuguan, wo die große Mauer beginnt oder endet, je nach dem von wo aus man das betrachtet. Wir stehen direkt an der Geossen Mauer, auf der immer wieder Wachtürme zu finden sind, welche der Beobachtung und Nachrichtenübermittlung dienten. So konnten vom Westen innerhalb eines Tages bis nach Peking Nachrichten übermittelt werden. Die Lehmmauer neben unserem Standplatz ist aus der Mingdynastie und über 600 Jahre alt. 



Hier hatten wir dann auch Gelegenheit meinen Geburtstag nach zu feiern.

Lisabeth überraschte mich, mit vor Ort selbstgebackten Brownis, die ausgezeichnet schmeckten.



 


Nun ging es ab in die Berge. Leider hat sich das Wetter verschlechtert. Wir erreichten Biandukou auf 2680 m Höhe. Unterwegs besuchte ich noch die Felsenlandschaft Danxia (UNESCO). Die Felsformationen aus rotem Sandstein und Mineralien sind der Grunddafür, dass das Gebiet als „roter Steingarten Chinas“ bezeichnet wird. Busse bringen Besucher zu verschiedenen Aussichtsplattforen. Leider zeichnete sich schon hier ab, das sich das Wetter verschlechtern wird.




In Biandukou auf 2680 m Höhe blieben wir zwei Nächte. Wir stehen am Rand des Tibetischen Hochgebirges. Der zweite Tag wäre gut für eine Wanderung gewesen. Viele Möglichkeiten bestünden dafür, doch es regnete den ganzen Tag. Temperatur nachts bei 3°C. So blieb mir nichts anderes, als mal einen Tag relaxen, Reisebericht ergänzen und ein Buch zu lesen. Tut auch mal gut. Am Abend trafen wir uns alle zum Yakfleisch essen. 

Die nächste Etappe führt uns über Passhöhen von 3600 m Höhe bis nach Xining. Wir bewegen uns nun in der Provinz Qinhai, die zwischen Tibet und den Provinzen Gansu und Sezguan erstreckt