Brisbane Richtung Nord

Durch dichten Verkehr ging es mitten durch die Stadt und dann auf der Autobahn zum Nationalpark Glas Mountains. Dort hat es bis zu 550 m hohe Hügel die aus der Ebene hervorragen. 1770 sah Captain James Cook die erodiertenVulkanreste im Sonnenlicht schimmern und nannte sie Glas House Mountains.

Zur Zeit sind Schulferien in Queensland. Wir übernachteten auf einem völlig überfüllten Platz, weil wir keine andere Möglichkeit hatten. Völlig entnervt fuhren wir am nächsten Tag weiter bis Buxton. Dort waren wir die einzigen Gäste auf einem riesigen Gelände. Es gefiel uns git, das wir gleich zwei Nächte blieben.

Inzwischen sind wir weiter nordwärts gefahren, meist auf dem Pacific HWY. Die Küstenorte sind immer noch sehr touristisch und unterscheiden sich nicht wesentlich von einander. Hotels Bungalows Camping Plätze und schöne Parkanlagen am türkisfarbenen Meer. Am Camila Beach haben wir einen einsamen stillen Platz direkt am Strand gefunden.

Eigentlich hatten wir geplant bis nach Cairns nordwärts zu fahren. Das wären aber noch 860 km auf dem Pacific HWY, welchen ich nicht so liebe. Aus diesem Grunde habe ich mich entschieden in der Region Mackay Airlie Beach zu bleiben und nicht mehr bis Cairns hoch zu fahren. Mein nördlicher Punkt in Queensland wird also Townswille sein, weil ich dort am 25.Oktober einen Service am Auto in der dortigen Mercedes Werkstatt vereinbart habe. Peter will aber am ursprünglichen Plan festhalten und so haben wir uns heute am 10.Oktober in Camila Beach vorerst mal verabschiedet, um uns am 21. Oktober in Airlie Beach wieder zu treffen um als Abschluss unserer gemeinsamen Reise eine Segeltour zu den Whitsunday Islands im Great Barrier Riff zu machen. Peter wird anschliessend nach Sydney fahren, weil er bereits Mitte November das Auto auf‘s Schiff bringen will. Ich will noch zum Service nach Townsville um dann gemütlich, auch südwärts aber mehr im Landesinneren über die Blue Mountains nach Sydney fahren. Mein Schiff ist für den 4. Dezember gebucht.

Am schönen, einsamen Platz am Camila Beach, wo man nur mit 4WD durch tiefen Sand hin fahren kann, bin ich in der Nacht erwacht, weil starker Regen auf‘s Dach prasselte. Problemlos konnte ich jedoch den Platz verlassen und fuhr wieder ein Stück nordwärts auf dem Pacifik HWY.

In der Gegend wird hauptsächlich Zuckerrohr angebaut.

Die Erntemaschinen schneiden die oberen grünen Blätter weg, zerkleinern die Zuckerrohrstängel und füllen diese in die daneben fahrenden Traktoren ab. Pro Hektar werden etwa zehn Tonnen Rohzucker gewonnen. Australien ist der weltgrösste Rohzuckerexporteur. Die abgeernteten zuckerhaltigen Stengel werden zu den Zuckerrohrmühlen transportiert. Dort entsteht dann der braune Rohzucker und Melasse. Der Transport erfolgt mittels Schmalspurbahnen. Dafür sind hunderte von Kilometer Schienen die zu den Zuckerrohrfeldern führen, verbaut worden.

Schon von weitem sieht man in grösseren Orten, weissen dichten Rauch aufsteigen. Dort werden die geernteten Zuckerrohre hingebracht.

In Sarina Besuchte ich eine Zuckermühle. Dort wird nicht nur Rohzucker und Melasse sondern auch Rum destilliert, Konfitüre und verschiedene Saucen wie Mango Chutney und andere hergestellt.

Vereinfacht geschieht dort folgendes; nach mehreren Reinigungs Durchläufen, wird der Saft aus den Rohren gepresst. Der gewonnene Saft wird in Absetzer geleitet. Dort werden durch Schwerkraft Schwebestoffe aus den Saft entfernt. Der Saft wird eingedickt und kristallisierte. Die Melasse ist eigentlich ein Abfallprodukt, wird aber weiter verarbeitet zu Rum oder wird in der Nahrungsmittel Industrie weiter verwendet.

Mittels Einzelnen kleineren Maschinen wurde der Produktionsprozess vorgeführt. Fotografieren durfte ich nicht.

Dafür aber degustieren, nebst Zuckerwatte auch die verschiedenen Saucen und natürlich auch verschiedenen Rum, welcher sowohl aus Melasse als auch aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt wird.

In Mackay machte ich den nächsten Zwischenhalt um einzukaufen und das Regenwetter auszusitzen. Die Einheimischen  sind froh über den Regen, weil es schon seit 2 Monaten kein Tropfen mehr gefallen war.

Mackay

Der Regen hörte auf und so konnte ich meinen Plan in die Berge zu fahren fortsetzen. Von Mackay Richtung Westen fuhr ich nach Finch Hatton um in die gleichnamige Schlucht Finch Hatton zu wandern. Ein Wanderpfad führt dort durch den tropischen Regenwald zu den Araluen Wasserfällen, wo man auch baden kann.

Auf dem Rückweg sah ich vor mir einen Varan auf dem Weg liegen. Ein Goanna wie später aus meinem Bestimmungsbuch heraus fand. Nun ich war mir nicht sicher ob der giftig oder angriffig ist, so blieb ich halt stehen und wartete bisn andere Wanderer daher kamen. Diese verscheuchten den Varan und sagten er sei nich giftig.

Anschliessend ging es steil den Berg hoch nach Eungella, von wo man eine herrliche Aussicht hatte.

Im Eungella Nationalpark hatte ich mir im voraus bereits einen Platz zum übernachten reserviert. Dort am Broken River soll man  in der Dämmerung die seltenen Platpus (Schnabeltiere) im Fluss beobachten können. Ich habe sowohl Schnabeltiere wie auch die dort lebenden Süsswasserschildkröten beobachten können. Ein leichtes Erzittern der Wasseroberfläche gefolgt von einem Schwall Luftblasen kündigt das Auftauchen der Schnabeltiere an, leider schwierig im rechten Moment den Auslöser zu drücken. Schnabeltiere sind etwas 50 cm lang, besitzen einen abgeflachten Biberschwanz und einen breiten Entenschnabel, der aber nicht hart sondern weich wie Gummi ist, damit das Schnabeltier Krebse und andereLebewesen auf dem Grund des Flusses erwischen kann.

Schnabeltier oder englisch Platypus

Einen nächsten wunderschönen Platz fand ich am Eungella Damm. Die unbefestigte Strasse endete an einem riesigen Stausee auf etwas 600 m Höhe. Ich erreichte diesen am Sonntag und entschied mich gleich bis Dienstag direkt am Seeufer zu bleiben. Am Sonntag Nachmittag packten alle, welche am See campierten, badeten und mit Schnellbooten auf dem See herum rasten, ihre Sachen zusammen und fuhren ab. Ich war der einzige der blieb. Auch am Montag und Dienstag hatte ich den riesigen nun ruhigen See nur für mich. So konnte ich in Ruhe Vögel, Enten und Pelikane beobachten und dabei das spannende 500 Seiten dicke Buch welches ich angefangen hatte, fertig lesen.

In Cape Hillsborough habe ich übernachtet, um anderntags eine Wanderung zur Spitze des Caps zu unternehmen. Weil es hier in den Tropen sehr heiss und vorfallen sehr feucht ist (32°/80%) empfiehlt es sich, eine solche Wanderung früh anzugehen. Also um 5 Uhr aufgestanden, weil man dann Chancen hat Kängurus am Strand zu beobachten.

Die Wanderung zur Cape Spitze war sehr schön, aber auch anstrengend. Immer wieder raschelt es im Gebüsch und jedes mal erschrecke ich. Meist sind es Echsen, Warane oder einfach Mäuse. Ich trete immer fest auf den Boden, scanne den Weg vor mir und die herabhängenden Äste und Lianen über mir, weil ich von den vielen Giftschlangen schon Respekt habe. Zum Glück sind diese aber nicht angriffig, wenn man sie nicht bedrängt und diese Absicht habe ich bei Weiten nicht!

Auch ohne Drohne kann man von oben fotografieren, es ist einfach ein wenig mühsamer.

Nach der Betriebsamkeit auf dem Campingplatz Cap Hillsborough suchte ich Ruhe und fand diese am O’Gonnel River auf einem Farmgelände, abseits des Pacific HWY. Die Besitzerin Katie kam am Abend vorbei um mich willkommen zu heissen und ein wenig zu plaudern. Ich blieb gleich drei Tage hier um mich dann wieder in den Rummel von Airlie Beach zu begeben.

Airlie Beach ist ein Urlaubsort mit vielen Touristen. Ich habe mich hier mit Peter zum letzten Mal getroffen, weil wir einen zweitägige Segeltörn gebucht hatten.

Und dan ging’s los am Montag in der Frühe trafen wir uns in der Marina. 16 Personen gehen auf die Sommertime. 5 Männer und 11 Frauen, ein älteres Ehepaar, wir zwei Senioren und alle anderen junge Frauen. Nach eingebogen Instruktion inkl, wie man eine Toilette benützt, Sicherheits Anweisungen etc, verlies die Sommertime die Marina Richtung Whitsundays.

Leider war sehr starker Seegang. Das Schiff schaukelte sehr stark hin und her. Unter Deck, als ich etwas holen wollte wurde es mir sofort übel. Oben spritzten die Wellen auf`s Deck, so dass ich klatsch nass wurde und alles mit Salzkruste überzogen war. Mein erster Eindruck vom Segeln war demnach nicht gerade von Begeisterung geprägt. Wir erreichten Whitsunday Island nach dem Mittagessen, gingen in einer Bucht vor Anker und mit dem Dingi bis zum Strand. Dort besuchten wir zuerst auf einer kurzen Wanderung die Hügelspitze um das wirklich traumhaft schöne Panorama zu bewundern.

Und dann gingen wir in diese türkis blaue Bucht zum Baden. Hier hat es viele Rochen und auch einzelne Haie. Wir trugen alle Neopren Anzüge.

Mit dem Dingi ging’s zurück auf Schiff und dan weiter zu einer ruhigen Bucht zum übernachten.

Peter und ich hatten eine zweier Kabine, leider habe ich aber trotzdem schlecht geschlafen und war froh, das schon frühe Tagwache war und zum Frühstück gerufen wurde.

Dann war Kajak fahren angesagt. Peter und ich verzichteten beide und waren froh in Ruhe Duschen zu können und die Ruhe vor dem nächsten, dem Schnorcheln geniessen zu können.

Alle kamen ziemlich erschöpft zurück für eine Pause und ich war froh, noch genügend Energie zum Schnorcheln zu haben.

Great Barrier Riff.

Mein Eindruck vom Great Barrier Riff. Es hat sehr schöne und viele unterschiedliche Korallen, dafür habe ich aber weniger Fische als in anderen Schnorchel Riffen gesehen.

Foto aus dem Prospekt, die hatten besseres Wetter als wir.

In Townsville hatte ich bereits im Voraus einen Termin f[r den Service an meinem Auto gebucht. Also hatte ich heute genügend Zeit mir die Stadt und das Tropical Museum anzuschauen.

Im Tropical Museum wird die Geschichte der Pandora erzählt. Viele Original Gegenstände aus dem versunkenen Schiff sind hier ausgestellt. Die Pandora verlies 1790 England um die Meuterer der Bounty zu suchen und fest zu nehmen. Die Meuterer wurden in einer grossen Holzverschalung auf dem Oberdeck eingesperrt (Büchse der Pandora). Der Kapitän Edward suchte eine Fahrrinne durch das Great Barrier Riff und scheiterte dabei. Die HMS Pandora ging am 29.8.1791 unter. 31 Seeleute ertranken und 89 überlebten und schafften es, mit den Beibooten bis zur Kolonie Timor wo sie am 16.9.1791 nach einer über 1000 Seemeilen langen Fahrt anlangten. Von dort kehrten sie nach England zurück.

Townsville

Mit Townsville habe ich den nördlichsten Punkt meiner Reise entlang der Ostküste erreicht. Von nun an geht‘s wieder Richtung Süden zurück nach Sydney.