Alice Springs Richtung Nord

Nach dem Nationalpark Uluru – Kata Tjuta habe ich mit Vreni und Peter abgemacht, das wir uns in Erldunda, einem Kreuzpunkt am Stuart HWY treffen. Wir sind zwei Tage dort geblieben und hatten uns viel zu erzählen. Peter hat mir tolle Verbesserungen am Womo eingebaut. Sicherungs-Netz am Gewürzkasten, damit mir nicht beim Öffnen gleich alles heraus rutscht. Dann Kabelanschluss, damit ich mein E-Bike während dem Fahren aufladen kann. Nun kann ich auch die rote Türe zur Toilette und Dusche während der Fahrt geschlossen halten.

Vreni und Peter sind dann weiter nach Uluru und Kata Tjuta. Ich bin ja von da gekommen und bin deshalb weiter noch einmal nach Alice Springs wo ich ja an meinem Geburtstag war.

In Alice Springs konnte ich wieder mal mit dem Fahrrad unterwegs sein. Zuerst ging’s zum Reptile Center um dort mal die giftig und ungiftigen Bewohner Australiens anzuschauen .

Als nächstes ging ich ins Museum des Royal Flying Doctor Services. Als Schweizer wurde mir gleich gesagt, das sie mit Flugzeuen der Pilatus Werke unterwegs seinen und neuerdings auch den neuen Jet von Pilatus fliegen. Mittels Filmen und Hologrammen wird einem die Geschichte der RFDS erklärt.

Nach dem Besuch des Coiffeurs, na ja war fällig, fuhr ich auf schönen Radwegen zum 7 km ausserhalb Alice gelegenen Desert Park. Ein Higlight wie dieser Park angelegt ist. Der Park ist eine Mischung zwischen Zoo und offener Natur. Es gibt verschiedene Landschaften wie Sand Country, Woodlanf Desert die man auf schön angelegten Wegen erreichen kann. Zum Teil sind Tiere in Gehegen, aber Reptilien viele Vögel und Kängurus etc. leben frei im Park und können diesen auch verlassen. Es werden sehr viele Presentationen von Rangern angeboten. Leider bin ich erst um 15 Uhr dort eingetroffen, konnte aber gerade noch die Free Flying Bird Show mit verfolgen. Um 16:15 war eine Präsentation „A desert habitat comes alive on a guided walk“ angesagt. Ich war pünktlich am Ort wo der Beginn war, aber der einzige Interessent. So kam ich auf eine exclusive Tour mit einem Ranger der mir viel erklärte und wo ich auch viele Fragen stellen konnte. Als die Tour fertig war ging ich noch Noctural Haus wo man nachtaktive Tiere sehen kann. Es war fast ein wenig gruselig, weil ich dort in der Dunkelheit auch wieder alleine war. Der Ranger verriet mir zum Glück wie ich aus dem Park komme, weil dieser, als ich zum Ausgang kam bereits geschlossen war. Gerade noch rechtzeitig vor dem einmachten erreichte ich mit dem Fahrrad den Campingplatz.

Nach weiteren zwei Tagen in Alice wollte ich wieder raus ins Outback. Noch einmal ging es zum MacDonell Nationalpark um mir zuerst die spektakuläre Geologie in Standley Chasm anzuschauen. Dann fuhr ich in ein Seitental nur für 4WD. Am Anfang des Tals stand ein Warnschild, das man bei Regenfällen nicht mehr ohne weiteres durchfahren kann. Es hatte tiefen Sand und dann wieder grobe Steine, aber es ging gut. Bis ich sah, das dunkle Wolken am Himmel aufzogen. Da entschied ich mich doch zur Umkehr, weil ich beabsichtigt hatte in dem Tal zu übernachten. Der nächst zu erreichende Platz war dann Ellery Creek, wo ich schon einmal zur Besichtigung des Big Hole war. Dieses mal übernachtete ich aber dort. Kurz vor der Dämmerung ging ich zu Fuss noch einmal zum Big Hole. Ich traf zwei Ehepaare die mir rieten, mich auch wie sie, mit einem Stecken zu bewaffnen. Ein Dingo sei in der Nähe. Als ich dann immer noch ohne Stock am Big Hole stand, kam der Dingo und setzte sich ca. 20 m von mir entfernt, so das ich ihn fotografieren konnte. Also im Zelt möchte ich hier nicht übernachten. Mir wurde auch geraten nur mit Stock nachts zur Toilette zu gehen, aber das muss ich zum Glück ja auch nicht, weil ich alles im Auto habe.

An diesem Ort begegnete ich dem Dingo

Die geplante Wanderung den „Dolomit Walk“ wollte ich dan anderntags trotz Dingo Warnung doch machen. Gut ausgerüstet mit Wanderstöcken, Satelitentelefon und genügend Wasser machte ich mich auf den Weg. Wieder eine schöne Wanderung in dieser unberührten Natur. Die Wege auf diesen Wanderungen sind durch Pfeile gut markiert, so dass man sich nicht verlaufen kann. Weder Dingos noch Schwarzfuss-Kängurus oder andere Tiere habe ich gesehen.

Dann fuhr ich weiter nach Hermannsburg. Eine ehemalige lutheranische Missionsstation. 1878 erreichten Deutsche lutheranische Pastoren das Land des Arrernte Volkes und gründeten hier die Missionssiedlung Hermannsburg. Die Missionare wollten eine sich selbst versorgende Gemeinde errichten. Das Land war aber für die Schafzucht nicht geeignet. Anfängliche Erfolge in der Landwirtschaft wurden durch eine anhaltende Dürre zunichte gemacht. 1894 wurde die Mission durch eine andere Religionsgemeinschaft übernommen und mit Erfolg 88 Jahre weiter geführt. Eine Wasserleitung ermöglichte gar die Einrichtung einer Gerberei. Lederwaren und Schuhe wurden bis nach Kanada exportiert. 1982 ging die Mission und das 3807 km2 grosse Land in den Besitz des Arrernte Volkes über.

Die noch erhaltenen Gebäude kann man besichtigen. Ich habe mir dort auch ein Video über die Geschichte von Hermannsburg angeschaut. Man kann durch die heutige Siedlung fahren, hier leben nach wie vor Aborigines des Volkes der Arrernte. Allerdings sind viele Strassen gesperrt und man darf nicht fotografieren.

Dann fuhr ich in den Finke Nationalpark. Ein 4 WD Drive verläuft entlang des Finke Rivers in das Palm Valley wo ich dann übernachtet habe.

Bis ganz zuhinterst im Tal wären es noch 4 km gewesen. Da kam ich an diese Schwelle wo ich darüber fahren sollte. Meine etwas tiefer hängende Trittstufen wollte ich aber nicht opfern und kehrte um.

Weil ich im Tal kein Tel-Netz hatte und wissen wollte wo Vreni und Peter inzwischen sind, fuhr ich aus dem Palm Valley raus auf die Hauptstrasse zurück. Kurz vor Hermannsburg hatte ich plötzlich Netzverbindung und fuhr auf eine Seitenstrasse, um mir die eingehenden Meldungen anzuschauen. Kaum zu glauben, als ich dort stand kam doch tatsächlich das Bimobil von Vreni und Peter daher. Sie hatten mich von weitem gesehen, wie ich in die Seitenstrasse eingebogen bin. Wir sind dann zusammen weiter auf dem Laraüinta Drive Richtung Alice Springs gefahren und haben in Redbank Gorge übernachtet und dort Känguru Fleisch grilliert und einen schönen gemeinsamen Abend verbracht.

Vreni und Peter sind dann wieder weiter um die Gorges auf der Strecke nach Alice zu besichtigen. Ich hatte diese ja bereits gesehen und entschied mich deshalb durch den Redbank Gorg zu wandern.

Am Abend trafen wir uns wieder in Alice Springs. Ich will Morgen noch einmal in den Desert Park und dann aber definitiv los Richtung Norden.

Weil es mir im Desert Park so gut gefallen hatte, ging ich bevor ich Alice Springs definitiv verlasse, noch einmal hin. Ich habe mir einen Vortrag über das Leben der früheren Aboridgines angehört. Es gab bevor die Europäer kamen über 300 verschiedene Völker mit unterschiedlichen Sprachen. Der Ranger selbst ein Aborigines erklärte die verschiedenen Gegenstände die zum Jagen, Kochen etc. Benutzt worden sind. Aborigines waren keine Sammler, sie betrieben keine Landwirtschaft. Sie lebten von dem was die Natur ihnen gab. 

Gebiete der Aborigines Völker vor dem Eintreffen der Europäer

Der 18. Januar 1788 wurde zum Schicksalstag für die australischen Ureinwohner. An diesem Tag landeten die Engländer mit einer Flotte an der Südostküste Australiens. An Bord der Schiffe hat es fast ausnahmslos Verbrecher. Die britische Krone schickte ihre Kriminellen ans andere Ende der Welt. Zunächst arrangierte man sich, so gut es ging. Doch je mehr Platz und Land die Siedler beanspruchen, desto größer wurden die Konflikte. Die Aborigines waren für viele Siedler Anfang des 19. Jahrhunderts nicht mehr wert als Tiere. Sie töten die Männer, vergewaltigen die Frauen, nahmen das Land für sich in Anspruch. Dazu litten die Aborigines an den von den Europäern eingeschleppten Krankheiten, gegen die sie keine Abwehrkräfte gebildet hatten. Sie sterben reihenweise an Cholera, Grippe oder Pocken. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Reservate für die Ureinwohner geschaffen, um die Konflikte zwischen Weißen und Aborigines einzudämmen. Die Unterdrückung ging weiter, bis in den 1920er Jahren ein Tiefpunkt erreict wurde. Zu dieser Zeit lebten nur noch 60.000 Aborigines, sie galten als vom Aussterben bedroht. 1949 erhalten zwar alle Aborigines offiziell die australische Staatsbürgerschaft, doch es dauert bis in die 1960er Jahre, bis die „White Australia“-Politik der Regierung ein Ende fand. Ungefähr 600.000 Aborigines leben heute in Australien. Allerdings ist deren soziale Lage oft noch immer sehr schlecht. Armut, Alkoholismus, Drogen und Gewalt spielen eine große Rolle im Leben vieler Aborigines. Der Verkauf von Alkohol ist stark reglementiert. Das erlebte ich selbst als ich In SAlice Springs in einem Bottle Shop Bier und Wein einkaufte. Zwei Polizisten überprüften die Ausweise beim Eingang, jedoch nur die der Aborigines. Ich durfte ohne Probleme eintreten und einkaufen, musste aber auch an der Kasse einen Ausweis abgeben, welcher dort eingescannt wurde.

Nach dem Vortrag fuhr ich los und schaffte es auf dem Stuart Higway bis nach Aileron.

Nächste Station war Devils Marbles, die sogenannten Teufelsmurmeln. Diese sind eine Ansammlung riesiger Granitkugeln, die spektakulär aus der Ebene ragen. Nach dem Glauben der Ureinwohner stellen die runden Felsbrocken die Eier der Regenbogenschlange dar. Ich übernachtete da und entschied mich am nächsten Tag dort zu warten bis Vreni und Peter auftauchten. Ich musste nicht lange warten, gegen Mittag kamen sie auf der einzigen Strasse die es Richtung Norden gibt, auf dem Stuart Highway angefahren. Gemeinsam fuhren wir noch weiter bis nach Pingala, einem Platz in der wilden Einsamkeit, wo wir am Lagerfeuer den wunderschönen Sternenhimmel über uns beobachten konnten.

Auf dem Stuart Highway muss mann einfach km bolzen um Richtung Norden zu kommen. Die Landschaft ist eintönig, aber man kommt bei dem wenigen Verkehr wenigstens gut voran. Die Karte auf welcher Europa auf die Fläche von Australiens gelegt wurde, verdeutlicht die Distanzen die man zurücklegen muss um nach Darwin zu gelangen. Wir fahren nicht hinter einander her. Am Morgen hatten wir eine Koordinate festgelegt, wo wir uns am Abend, abseits der Highways in der Wildnis treffen um dort zu übernachten und am Lagerfeuer einen schönen Abend zu verbringen. Dort trafen wir uns auch und waren ganz alleine an diesem ruhigen abgelegenen Ort mitten in der Wildniss.

Nach einer weiteren Nacht abseits des Highways, wir sind ca. 20 km auf einer Sandpiste bis zu diesem einsamen Platz gefahren, um es uns dort für den Abend wieder gemütlich zu machen, ging die Reise weiter immer nordwärts bis wir Mataranka erreichten. Hier ist es schon fast tropisch. Wir buchten wieder mal einen Campground und nutzen die Gelegenheit im Thermalpool zu baden. Im a grenzenden Fluss darf man nicht schwimmen, weil es dort Krokodile hat.

Inzwischen sind wir im Kakadu Nationalpark angekommen, und haben heute eine Bootsfahrt auf dem Yellow Water Billabong unternommen. Viele Vögel und natürlich auch viele Krokodile sind uns dabei begegnet.


In Ubirr ganz im Norden des Kakadu besichtigten wir Felszeichnungen der Aborigines.

In der Ferne sahen wir Rauch, nichts ungewöhnliches, den jeden Tag sehen wir viele Buschfeuer. Wir marschierten gemütlich zum Parkplatz zurück. Plötzlich knisterte ein Feuer ca. 100 m hinter uns wo wir vor wenigen Sekunden durchgelaufen sind und nichts bemerkt hatten.

Damit wir ruhiger Schlafen können, sind wir noch bis Jobiru gefahren, etwas entfernt vom Feuer